IHAG-Kommentar: Von der Makroseite fehlen Bad News

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Der Dax und auch der S&P 500 sind auf ein neues Allzeithoch geklettert. Auslöser für den Kursschub waren Konjunkturdaten aus den USA. Nachdem die öffentlichen Behörden ihren Dienst wieder aufgenommen haben, gab es lang erwartete Zahlen vom Arbeitsmarkt – und die sind zum Teil überraschend schlecht ausgefallen. Damit dürfte die Geldpolitik weiter locker bleiben, wovon wiederum die Aktienkurse profitieren.

Der S&P 500 kletterte über die Woche weitere 0.9%, der DAX 1.4% und der SMI mit starkem Rebound bei Nestlé und guten Pharmawerten gar 2.0%. In Europa ging den Börsen allerdings ab Wochenmitte etwas der Schnauf aus und der Euro Stoxx 50 schloss auf dem Niveau der Vorwoche. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen gaben weiter nach und in der Schweiz sank die Rendite auf die 1%-Marke.

Dollar rutscht unter Marke von 0.90 CHF
Mit weiterhin auf Hochtouren laufender Geldpresse in den USA schwächte sich der USD weiter ab und der Greenback sank zum CHF gar unter die kritische Marke von 0.90 und schloss bei 0.892. Im Gegenzug kletterte der USD zum EUR auf den zweijährigen Rekordwert von 1.38. Der EUR/CHF wurde in der engen Bandbreite gehalten und schloss bei 1.232.

Mit dem schwachen USD konnten die Edelmetalle etwas zulegen. Gold schloss im London Fixing bei USD 1347 die Unze über die Woche 2% höher. Der Ölpreis schwächte sich ab und verlor über die Woche fast 3% auf USD 107 pro Barrel Brent. Das Angebot scheint momentan grösser zu sein als die Nachfrage. Die Lager stiegen jedenfalls in den USA und Saudi Arabien soll gar die Lieferungen drosseln, um dem Überangebot zu begegnen.

US-Arbeitsmarktbericht enttäuscht
Der lang erwartete US-Arbeitsmarktbericht vom September wies einen deutlich geringeren Stellenaufbau auf als erwartet. Dies spricht für ein weiteres Verschieben des Taperings in den USA und stützt die Aktien kurzfristig. Ebenfalls positiv aufgenommen wurde der von HSBC berechnete Flash Manufacturing PMI in China, welcher mit 50.9 Punkten etwas stärker als erwartet ausfiel. Das Wachstumsziel der chinesischen Regierung von 7.5 Prozent für dieses Jahr scheint damit gefestigt. In Europa ist die spanische Wirtschaft im 3. Quartal vermutlich mit 0.1% gewachsen. Dies wäre das erste Wachstum seit mehr als zwei Jahren und ein kleiner Lichtblick.

Momentan gibt es von der Makroseite her wenig Negatives. Daher gibt es von dieser Seite her kaum Gründe für eine Korrektur an den Börsen. Zudem möchten wohl diverse Investoren bei tieferem Niveau gerne die Aktienquote aufstocken. Dennoch, kurzfristig sind die Aktien-Indices nach dem Erleichterungs-Rally aus dem aufgeschobenen Zahlungsdebakel in den USA auf überkauftem Niveau. Speziell der S&P 500 zeigt mit seinem Allzeithoch Stärke, wogegen der Dow Jones noch nicht dort ist und diese Hausse nicht voll bestätigt. Eine Divergenz baut sich auch in Asien auf, wo die meisten Indices von hohem Niveau am Korrigieren sind. Wir würden daher den hohen Kursen nicht nachrennen und eine Konsolidierung im November abwarten. Die Chancen für ein Jahresendrally sind danach intakt.

Berichtsaison verläuft in USA positiver als in Europa
Die laufende Berichtsaison scheint in den USA besser als in Europa. Die Aktienkurse reagieren auf beide Seiten. Kurssprünge gab es bei ABB, Daimler und SAP. Abgestraft wurden Ericsson und die meisten europäischen Banken nach einer zu starken Performance im Vorfeld der Zahlen, darunter auch CS. ABB konnte nach den besser als erwarteten Quartalszahlen die einjährige Resistance bei CHF 22 nehmen. Wir haben ein neues Kursziel bei CHF 25 gesetzt, würden kurzfristig aber zuwarten, ob in den kommenden Tagen nicht Zukäufe unter CHF 23 möglich werden.

Adecco in Fokus
Eine Aktie, welche von den Jahreshöchstkursen bereits etwas korrigiert hat ist Adecco, nachdem ein grosser Broker die Empfehlung am Freitag von Kaufen auf Halten gesenkt hat. Die zyklische Erholung ist im Gange und für die nächsten zwei Jahre wird ein markanter Anstieg beim EPS erwartet. Hier könnte man bereits dazu kaufen. Ebenfalls kurz unter Druck kam Swatch am Freitag, nachdem der CEO in einem Interview das Umsatzziel im laufenden Jahr von CHF 9 Mrd. wegen des starken CHF reduziert hat. Allerdings dürften die Analysten bereits ihre Kalkulationen gemacht haben und der Konsens unter diesen CHF 9 Mrd. liegen. Swatch kann die Effizienz steigern und die Exportstatistik der Schweizer Uhrenindustrie weist auf ein weiteres Wachstum hin, trotz Schwäche in China. Dort zeichnet sich nämlich eine Erholung auf tieferem Niveau ab. Die Bewertung lässt Raum für weitere Kursavancen und wir würden auch hier korrigierte Kurse für Zukäufe nutzen. (IHAG/frp/mc/ps)

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