Innunity Therapeutics erhält CHF 150’000 von Venture Kick
Schlieren – Das UZH-Spin-off Innunity Therapeutics hat CHF 150’000 von Venture Kick erhalten, um einen neuen Behandlungsansatz für chronisch-entzündliche Erkrankungen voranzutreiben, die durch das angeborene Immunsystem ausgelöst werden. Indem das Biotech-Startup am Anfang der Entzündungskaskade ansetzt, will es Patienten helfen, bei denen heutige Therapien keine ausreichende Wirkung zeigen.
Millionen von Menschen leben mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen – von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Multipler Sklerose (MS) bis hin zu selteneren Erkrankungen wie Morbus Behçet. Morbus Behçet betrifft häufig junge Erwachsene und verursacht wiederkehrende schmerzhafte Geschwüre, Augenentzündungen, die zur Erblindung führen können, sowie Schädigungen der Blutgefässe und des Nervensystems. Viele dieser Erkrankungen werden durch das angeborene Immunsystem, die erste Verteidigungslinie des Körpers, in Gang gesetzt. Heutige Therapien greifen vorwiegend in nachgelagerte Mechanismen ein und lassen diesen ursprünglichen Auslöser unberührt. Dadurch sprechen viele Patienten nur unzureichend auf die Behandlung an, verlieren im Laufe der Zeit das Ansprechen auf die Therapie oder leiden unter schweren Nebenwirkungen.
Innunity Therapeutics entwickelt INNU-1, einen oral einzunehmenden Wirkstoff, der eine überaktive Immunreaktion beruhigen soll. Das Unternehmen will ihn zunächst bei mukokutanem Morbus Behçet testen, einer seltenen entzündlichen Erkrankung, die Haut und Mund betrifft. Bei dieser Erkrankung lässt sich vergleichsweise schnell feststellen, ob eine Therapie wirkt. Bei erfolgreicher Entwicklung plant Innunity, den Wirkstoff auch bei häufigeren Erkrankungen wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Multipler Sklerose (MS) einzusetzen.
Das langfristige Ziel von Innunity ist der Aufbau einer breiten therapeutischen Pipeline. Ein klinischer Proof of Concept bei Morbus Behçet könnte dafür den Weg ebnen, da derselbe biologische Signalweg bei mehreren bedeutenden Entzündungskrankheiten eine Rolle spielt. Allein CED und MS betreffen weltweit fast 10 Millionen Menschen, von denen viele noch immer keine langfristig wirksame Behandlung erhalten.
Die CHF 150’000 von Venture Kick werden Innunity dabei unterstützen, mithilfe computergestützter Methoden in Kombination mit validierten Labortests neue Wirkstoffe zu entwickeln und so der Auswahl eines Entwicklungskandidaten näherzukommen.
Innunity Therapeutics wurde von CEO Dr. Antonios Katsoulas, Prof. Dr. Thorsten Buch, der als Mentor tätig ist, und COO Dr. Barna Gal mitgegründet. Das Team vereint Expertise in Immunologie, Arzneimittelentwicklung und der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue therapeutische Ansätze.
„Venture Kick hat uns herausgefordert, komplexe Immunologie innerhalb weniger Minuten in einen klaren Business Case zu übersetzen. Das ehrliche und direkte Feedback der Jury hat uns als Unternehmen stärker gemacht. Wir sind dankbar, Teil von Venture Kick zu sein, und die Unterstützung kommt für Innunity genau zum richtigen Zeitpunkt“, betont Antonios Katsoulas. (Venture Kick/mc/hfu)