Tessiner Orthopädiefirma Medacta mit durchzogenem Börsendebut

Tessiner Orthopädiefirma Medacta mit durchzogenem Börsendebut
Sitz der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange im Hard Turm Park Zürich-West. (Foto: SIX)

Zürich – Das Tessiner Orthopädieunternehmen Medacta hat am Donnerstag ein durchzogenes Börsendebüt gezeigt. Es war der erste Börsengang im laufenden Jahr an der Schweizer Börse. Mit einem Eröffnungskurs von 104 Franken starteten die Titel zunächst deutlich über dem Ausgabepreis von 96 Franken und stiegen zeitweise bis auf 105,88 Franken. Am Schluss ging sie jedoch mit 96,10 Franken aus dem Handel – und damit praktisch unverändert zum Ausgabepreis.

Das Unternehmen kommt damit auf eine Börsenkapitalisierung von über 2 Milliarden Franken. Damit gehört Medacta zu den gewichtigsten Börsenneulingen auch in Europa. Allerdings wurde nur ein relativ kleiner Teil der Aktien platziert.

Kleiner Streubesitz
Konkret wurden am Donnerstag 5,7 Millionen bestehende Aktien an die Börse gebracht. Hinzu kommen allenfalls weitere 855’000 Papiere im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zu Gunsten der beteiligten Banken. Diese kann innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem ersten Handelstag ausgeübt werden.

Der Streubesitz, also der frei handelbare Anteil, beträgt nach der Emission 28,5 Prozent und nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption 32,8 Prozent.

Externe im Verwaltungsrat
„Wir freuen uns über die erfolgreiche Preisgestaltung unseres Börsengangs und das starke Interesse von schweizerischen und internationalen Investoren an Medacta“, liess sich Firmenchef Francesco Siccardi in einer Mitteilung der SIX zitieren. Dessen Familie bleibt auch nach dem Börsengang Mehrheitsaktionärin.

Der Verwaltungsrat soll aber zukünftig mehrheitlich aus unabhängigen Personen bestehen. Für das fünfköpfige Gremium sind der frühere Barry-Callebaut-Finanzchef Victor Balli, Straumann-CEO Marco Gadola und Philippe Weber, ein Partner der Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey, vorgesehen.

Umsatz von 273 Millionen Euro
Medacta mit Sitz in Castel S. Pietro stellt orthopädische Implantate und neurochirurgische Systeme her. Zu den Produkten zählen etwa Implantate für Hüft-, Knie-, Schulter- oder Wirbelsäulenoperationen.

2018 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 273 Millionen Euro und verdiente unter dem Strich 45,8 Millionen.

Weitere Firmen drängen an die Börsen
Er freue sich „sehr, dass Medacta die Schweizer IPO-Saison 2019 eröffnet hat“, sagte SIX-CEO Jos Dijsselhof. Nun geht es nämlich Schlag auf Schlag: Nächste Woche steht die Kotierung von Alcon und des Zugherstellers Stadler an.

Mit einer Börsenkapitalisierung von 19 bis 25 Milliarden US-Dollar (auf Basis der Preisspanne) dürfte Alcon zu einem der grössten Börsenzugänge des Jahres werden. Aber auch Stadler Rail mit einer Börsenkapitalisierung von 3,3 bis 4,1 Milliarden auf Basis der Preisspanne von 33 bis 41 Franken je Aktie dürfen sich sehen lassen. (awp/mc/pg)

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