Irland gelingt Rückkehr an den Geldmarkt

Michael Noonan

Irlands Finanzminister Michael Noonan.

Dublin – Irland hat sich am Donnerstag erstmals seit September 2010 frisches Geld von privaten Investoren besorgt. Das Land, das vor mehr als eineinhalb Jahren unter den Euro-Rettungsschirm EFSF geschlüpft war, versteigerte problemlos kurzlaufende Geldmarktpapiere über 500 Millionen Euro.

Die Nachfrage nach den Papieren war gross, wie aus Zahlen der Schuldenagentur NTMA hervorgeht. Sie hätte ausgereicht, um fast das Dreifache des Volumens platzieren zu können. Die durchschnittliche Rendite, die der Staat zahlen musste, betrug 1,8 Prozent. Das ist weniger als die grossen Krisenländer Spanien und Italien in dieser Laufzeit bieten müssen.

«Musterschüler»
Anders als die Krisenländer Griechenland und Portugal, die sich trotz finanzieller Unterstützung seitens ihrer europäischen Partnerstaaten immer wieder kurzfristig refinanzieren, ist Irland seither nicht mehr am Finanzmarkt in Erscheinung getreten. Das Land musste wegen einer schweren Bankenkrise nach dem Platzen der heimischen Immobilienblase gestützt werden. Bis zuletzt galt Irland als «Musterschüler» bei der Umsetzung des vereinbarten Anpassungsprogramms. An den Finanzmärkten wurde dies honoriert: Die Renditen für irische Staatsanleihen sind in den letzten Monaten stark gesunken. Im zehnjährigen Bereich liegt der Effektivzins mittlerweile knapp unter sechs Prozent und damit unter dem Niveau in Spanien. (awp/mc/ps)

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