Japans Zentralbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Haruhiko Kuroda
Japans Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda.

Japans Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda. Japan (Bank of Japan)

Tokio – Die japanische Zentralbank bleibt ihrer extrem lockeren Geldpolitik treu. Der erst im Frühjahr beschlossene, äusserst aggressive Kurs zur Befreiung der Wirtschaft aus der Deflationsfalle wurde auf der Zinssitzung nach zweitägigen Beratungen in Tokio einstimmig bekräftigt. Das geht aus einer Mitteilung der Bank von Japan (BoJ) vom Donnerstag hervor.

Notenbankpräsident Haruhiko Kuroda demonstrierte weiter Entschlossenheit, die Teuerungsrate mit einer massiven Geldflut innerhalb von etwa zwei Jahren auf das Ziel von zwei Prozent zu hieven. Die Wirtschaft beginne sich – dank steigender Exporte und einer Verbesserung des Konsumklimas – zu erholen, liessen die Währungshüter verlauten.

Kaum Reaktionen an Märkten
An den Finanzmärkten spielten die geldpolitischen Entscheidungen in Japan keine grosse Rolle. Ökonomen hatten nicht mit einem Kurswechsel gerechnet. «Die Notenbanker lehnen sich entspannt zurück und haben auch allen Grund dazu, denn momentan läuft alles nach Plan», kommentierte Analyst Stefan Grosse von der NordLB. Dies zeige sich auch daran, dass die BoJ zum ersten Mal seit Januar 2011 das Wörtchen «erholt» in ihrer Mitteilung verwendet habe.

Äusserst heikles Manöver
Die japanische Notenbank vollführt seit Amtsantritt ihres Chefs Kuroda im März eines der heikelsten Manöver, das geldpolitisch überhaupt vorstellbar ist. Mit einer riesigen Geldschwemme will sie die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt aus dem Teufelskreis sinkender Binnenpreise und eines allenfalls stagnierenden Wachstums führen. Pro Monat kauft die BoJ Wertpapiere über sieben Billionen Yen oder umgerechnet mehr als 50 Milliarden Euro, um Inflation zu erzeugen und die Wirtschaft anzuschieben. (awp/mc/upd/ps)

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