Julius Bär 4 Mte: Verwaltete Vermögen steigen auf 264 Mrd CHF

Boris Collardi
Boris Collardi, zurückgetretener CEO der Julius Bär Gruppe. (Bild: Julius Bär)

Boris Collardi, CEO Julius Bär Gruppe. (Bild: Julius Bär)

Zürich – Die Privatbankengruppe Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2014 die verwalteten Vermögen dank der laufenden IWM-Übernahme aber auch dank einem klaren Neugeldzufluss weiter gesteigert. Da sich der Transfer des ehemaligen International Wealth Management (IWM)-Geschäfts von Merrill Lynch in der Schlussphase befindet, hat das Unternehmen mit dessen Restrukturierung begonnen.

Insgesamt weist die Bär-Gruppe per Ende April 2014 verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) in Höhe von 264 Mrd CHF aus (Ende 2013: 254 Mrd), wie die Privatbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht weiter mitteilte. Mit den AuM liegt die Bank etwa in den Erwartungen: Die Analysten hatten gemäss AWP-Konsens im Schnitt mit 263 Mrd gerechnet.

In den Vermögen enthalten sind mittlerweile rund 53 Mrd CHF aus dem IWM-Geschäft, von denen 42 Mrd auf der Julius Bär-Plattform gebucht wurden. Ausserdem kommen 6 Mrd der erstmals konsolidierten brasilianischen Tochtergesellschaft GPS dazu. Die gesamthaft betreuten Kundenvermögen – die auch die Custody-Vermögen einschliessen – nahmen auf 359 Mrd (Ende 2013: 348 Mrd) zu.

Gestiegene Kundenaktivität
Der Nettoneugeld-Zufluss hat sich in den ersten vier Monaten gemäss der Mitteilung auf annualisierter Basis «deutlich im mittelfristigen Zielbereich von 4-6%» bewegt. Einen anhaltend starken Zufluss von Kundengeldern vermeldet das Unternehmen dabei aus den Wachstumsmärkten sowie aus dem lokalen Geschäft in Deutschland.

Die Bankengruppe verzeichnet zudem mehr Kundenaktivität in allen Regionen und hat entsprechend auf den verwalteten Vermögen wieder mehr verdient als noch im schwachen zweiten Halbjahr 2013: Die Bruttomarge belief sich laut den Angaben auf 95 Basispunkte (BP), was gegenüber dem zweiten Semester einem Anstieg um 4 BP entsprach. Unter Ausklammerung des margenschwächeren IWM-Geschäfts betrug die Bruttomarge rund 98 BP.

Cost-Income-Ratio verschlechtert
Die Cost/Income-Ratio hat sich noch etwas verschlechtert: Sie überstieg laut den Angaben die im zweiten Halbjahr erreichte Kennzahl von 73,3% leicht und lag damit auch höher als im Gesamtjahr 2013 (71,3%). Auf Grund des zeitlichen Verlaufs der wichtigsten IWM-Restrukturierungsmassnahmen erwartet Julius Bär aber, dass sich die Cost/Income-Ratio in der zweiten Jahreshälfte 2014 «näher zum mittelfristigen Zielbereich» von 65-70% verbessern wird.

Die Kapitalisierung der Bankengruppe bleibt weiterhin solide. Die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) betrug per Ende März 20,6% (Ende 2013: 20,9%), die BIZ Gesamtkapitalquote lag bei 22,0% (Ende 2013: 22,4%). Weiterhin übertrifft die Gruppe damit ihre Zielwerte von 12% respektive 15% deutlich.

IWM-Geschäft wird rentabler
Beim transferierten IWM-Geschäft sieht Julius Bär deutliche Produktivitätsfortschritte. So hätten die vormaligen IWM-Berater bereits zum Netto-Neugeldzufluss beigetragen. Die Bruttomarge bei den IWM-Vermögen lag mit hochgerechnet 83 BP weiterhin klar unter dem Gruppenschnitt – allerdings lag die Kennziffer bereits nahe an dem für 2015 anvisierte Ziel von 85 Basispunkten.

Beendet hat Bär den IWM-Integrationsprozess in Hongkong und Singapur, wo die Transferrate über 80% betrug. Die Bruttomarge der IWM-Vermögen in Asien nähere sich jener des bisherigen Julius Bär-Geschäfts in Asien an, so die Bank.

Abbau von über 100 Stellen
Mit der Restrukturierung des Geschäfts nach Abschluss des Transfers einer Mehrheit der IWM-Vermögen sieht sich Julius Bär auf Kurs. Im Rahmen der «Redimensionierung» hätten in den ersten vier Monaten des Jahres netto über 100 Mitarbeitende die Gruppe verlassen. Damit sieht sich Bär auf Kurs bezüglich ihrer transaktionsbezogenen Synergieziele. (awp/mc/upd/ps)

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