Julius Bär mit gestiegenen Vermögen dank Kairos-Integration

Boris Collardi
Boris Collardi, zurückgetretener CEO der Julius Bär Gruppe. (Bild: Julius Bär)

Boris Collardi, CEO Julius Bär Gruppe. (Bild: Julius Bär)

Zürich – Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2016 einen geringeren Netto-Neugeldzufluss verbucht als angestrebt. Die verwalteten Vermögen (AuM) erhöhten sich per Ende April aber trotzdem auf einen neuen Höchstwert, dies dank der erstmaligen Konsolidierung der italienischen Kairos. Bei beschleunigten Neuanstellungen von Kundenberatern hat sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis aber verschlechtert – die Bank reagiert darauf mit weiteren Kostensenkungen. Der Aktienkurs erholte sich nach 39,76 zur Eröffnung auf 40,65 CHF. 

Die Netto-Neugeldzuflüsse beliefen sich in den ersten vier Monaten annualisiert auf unter 3% der AuM, womit sie unter dem Zielwert ausfielen, wie dem am Donnerstag veröffentlichten «Interim Management Statement» der Vermögensverwaltungsgruppe zu entnehmen ist. Sie begründet dies mit einem anhaltend gedrückten Momentum in Osteuropa und Lateinamerika, einem «Deleveraging durch Kunden in Asien» sowie mit den Selbstdeklarationen in Frankreich und Italien. Sie rechnet dennoch damit, den Zielbereich von 4-6% im Gesamtjahr noch zu erreichen.

Die verwalteten Vermögen erreichten per Ende April den neuen Höchstwert von 305 Mrd CHF, dies nach 300 Mrd per Ende 2015. Profitiert hat die Gruppe von der auf Anfang April erfolgten Konsolidierung der italienischen Kairos Investment Management, welche 9 Mrd ausmachte. Belastet wurden die Vermögen dagegen von Währungseffekten – hauptsächlich durch die Frankenstärke gegenüber US-Dollar und britischem Pfund.

Expansion in verschiedenen Regionen
Die Zahl der Kundenberater erhöhte sich in den ersten vier Monaten des Jahres netto um 30 Personen und nahm damit schneller zu als in den Vorjahren. Die Expansion sei in verschiedenen Regionen erfolgt, so Bär. So habe das Asiengeschäft «mit einer Reihe erfahrener Marktverantwortlicher und Kundenberaterteams» verstärkt werden können.

Die Bruttomarge für die ersten vier Monate profitierte von einer positiven Bewertungsanpassung von 39 Mio CHF an Kairos und lag bei 95 Basispunkten (Gesamtjahr 2015: 94 BP). Ohne die Anpassung hätte die Bruttomarge noch 91 BP betragen. Der Anstieg gegenüber zweiten Semester 2015 (88 BP) war vor allem auf eine leichte Verbesserung des Kundenhandels zurückzuführen.

Kostensenkungsmassnahmen
Die Neueinstellungen sowie weitere Investitionen in die Kernbereiche des Geschäfts führten zu einer Verschlechterung der Cost/Income-Ratio, die nun leicht über den kürzlich festgesetzten neuen Zielbereich von 64-68% anstieg. Die Investitionen in die Neueinstellung von Kundenberatern sollen noch bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein fortgeführt werden.

Parallel seien aber eine Reihe von Kostensenkungsmassnahmen definiert und teilweise bereits umgesetzt worden. Diese sollen im restlichen Jahr 2016 zu Einsparungen von rund 50 Mio CHF führen und für das Gesamtjahr eine Cost/Income Ratio «sehr nahe am mittelfristigen Zielbereich» ermöglichen.

Mit den verwalteten Vermögen (AuM) hat Julius Bär die Schätzungen der Analysten leicht übertroffen. Diese hatten die AuM durchschnittlich bei 303 Mrd CHF (AWP-Konsens) erwartet. Den Netto-Neugeldzufluss hatten sie allerdings annualisiert bei rund 4,5% prognostiziert. Zudem hatten sie die Bruttomarge bei 89% und die Cost-Income-Ratio bei 69% gesehen.

Beteiligungen ausgebaut
Wie Julius Bär weiter mitteilte, hat die Gruppe per 1. März auch die Beteiligung an ihrer brasilianischen Tochtergesellschaft GPS von 80% auf 100% erhöht. Per 1. April wurde zudem der Anteil der auf Japan fokussierten Tochtergesellschaft Julius Baer Wealth Management AG (JBWM) – die vormalige TFM Asset Management AG – von 60% auf 100% gesteigert.

Die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) betrug per Ende April 17,1% (2015: 19,4%), die BIZ Gesamtkapitalquote 15,9% (18,3%). Weiterhin übertrifft die Gruppe damit ihre Zielwerte von 15% respektive 11% deutlich. (awp/mc/upd/ps)

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