Kantonalbanken erzielen 2014 leicht mehr Gewinn

Urs Müller

VSKB-Präsident Prof. Dr. Urs Müller. (Foto: VSKB)

Zürich – Die Kantonalbanken haben im Jahr 2014 bei einem anhaltenden Wachstum der Bilanzsumme unter dem Strich einen leicht höheren Gewinn erwirtschaftet als noch im Jahr davor. Zu verdanken war dies allerdings vor allem deutlich gesunkenen Wertberichtigungen und Rückstellungen. Im Kerngeschäft, dem Zinsengeschäft, fielen die Erträge leicht unter dem Vorjahr aus, wie der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) mitteilte.

Insgesamt erwirtschafteten die 24 Kantonalbanken im vergangenen Jahr einen um 5,2% gesunkenen Bruttogewinn von 3,88 Mrd CHF, wie der Zusammenstellung des VSKB zu entnehmen ist. Bei einem Rückgang der Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste um 60% auf noch 224 Mio CHF resultierte beim Jahresgewinn dennoch ein leichter Anstieg um 0,8% auf 2,67 Mrd CHF.

Weniger Betriebsertrag
Im Zinsengeschäft erwirtschafteten die Kantonalbanken trotz einer weiteren Zunahme der Ausleihungen einen leicht tieferen Ertrag von 5,28 Mrd CHF (-0,8%). Auch der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich leicht auf 2,01 Mrd CHF (-1,6%), im Handelsgeschäft sank der Erfolg um 10% auf 734 Mio CHF. Insgesamt resultierte für die Staatsinstitute ein Betriebsertrag von 8,29 Mrd CHF (-3,0%).

Auch im vergangenen Jahr konnten die Kantonalbanken den Geschäftsaufwand senken – die kumulierten Aufwände gingen um 1% auf 4,41 Mrd CHF zurück. Das Verhältnis von betrieblichem Aufwand und Ertrag (Cost-Income-Ratio) verschlechterte sich damit etwas auf 53,2% (2013: 52,2%).

Steigende Bilanzsumme
Die aggregierte Bilanzsumme der Kantonalbanken erhöhte sich per Ende 2014 um 5,4% auf 542 Mrd CHF. Die Kundenausleihungen legten um 4,6% zu, wobei die Hypothekarforderungen als wichtigste Kategorie ein Wachstum von 3,9% aufwiesen (Vorjahr +4,7%). Die Zunahme bei den Hypotheken liege im Rahmen des Marktwachstums, heisst es in der Mitteilung.

Weiterhin geniessen die Kantonalbanken auch Vertrauen bei den Sparern: Die den Instituten anvertrauten Kundengelder nahmen um weitere 2,3% auf 342 Mrd CHF zu. Damit werden die Kundenausleihungen zu 88% von den Kundengeldern gedeckt.

Für 2015 rückläufiges Ergebnis erwartet
Erneut profitierten im vergangenen Jahr die Eigentümer der Kantonalbanken von der Ertragslage der Institute. Die Kantone und Gemeinden hätten 2014 von den Instituten in Form von Gewinnablieferungen, Entschädigungen für das Eigenkapital, Dividenden, Abgeltungen der Staatsgarantie und Steuern insgesamt 1,4 Mrd (VJ 1,5 Mrd) CHF erhalten, schreibt der VSKB.

Für das laufende Jahr geben sich die Kantonalbanken vorsichtig und rechnen grösstenteils mit einem rückläufigen Ergebnis. Die Institute verweisen dabei auf das weiterhin anspruchsvolle Umfeld nach den von der Nationalbank beschlossenen Negativzinsen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen wiederholt der VSKB seine Forderung einer «Finanzmarktregulierung mit Augenmass». (awp/mc/pg)

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