LLB schafft 2017 Trendwende beim Netto-Neugeld

Roland Matt
Roland Matt, CEO der Liechtensteinischen Landesbank. (Foto: LLB)

Vaduz – Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) hat im Geschäftsjahr 2017 Ertrag und Gewinn gesteigert. Ausserdem verzeichnete die Bank im Gegensatz zu den Vorjahren einen Zufluss an Netto-Neugeldern. Die Aktionäre sollen nun in den Genuss einer höheren Dividende kommen. Für das laufende Jahr zeigt sich das Institut zuversichtlich.

Den Geschäftsertrag steigerte das Institut um 7,5% auf 399 Mio CHF und den Reingewinn um 7,1% auf 111,3 Mio. Damit liegt das Ergebnis deutlich über dem von der Bank noch Mitte Dezember genannten Ausblick. Damals hatte sie noch ein Konzernergebnis auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt.

CFO Christoph Reich begründete an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag das bessere Abschneiden gegenüber der Guidance mit der starken Entwicklung an den Finanzmärkten und den Zinsen im zweiten Semester, was sich positiv auf die Einnahmen ausgewirkt habe.

Zum Ertrag steuerte das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft 155 Mio bei (+6,2%). Zu verdanken sei die Steigerung unter anderem der Lancierung neuer Produkte und einem neuen Preismodell. Dank höherer Kundenaktivitäten nahm der Erfolg im Handelsgeschäft auf 83,0 Mio von 55,9 Mio im Vorjahr zu. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft verringerte sich dagegen um 4,3% auf 132,1 Mio.

Kosten im Griff
Der Geschäftsaufwand stieg mit plus 3,4% auf 267 Mio unterproportional. Die höheren Kosten sind vor allem auf den gestiegenen Mitarbeiterbestand zurückzuführen. Das Institut habe die Hälfte der geplanten Einstellung von 30 bis 40 neuen Kundenberatern bereits durchgeführt, ergänzte CEO Roland Matt. Der Sachaufwand reduzierte sich dagegen um 7,8%. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag, die sogenannte Cost-Income-Ratio, verschlechterte sich auf 69,6% von 62,8% im Vorjahr. Diese soll bekanntlich bis 2020 unter 65% zu liegen kommen.

„Zum vierten Mal in Folge konnten wir den Gewinn steigern“, sagte Verwaltungsratspräsident Georg Wohlwend. Die Aktionäre sollen daran mit einer um 30 Rappen auf 2 CHF je Aktie höheren Dividende partizipieren.

470 Mio Franken Netto-Neugelder
Das Institut kann zudem eine Trendwende bei den Netto-Neugeldern vermelden. Der LLB strömten 2017 neue Kundengelder im Umfang von netto 470 Mio zu; im Vorjahr waren noch 65 Mio abgeflossen. Damit habe die Bank die höchsten Netto-Neugeldzuflüsse seit 2011 erzielt, sagte Matt. Dazu trugen vor allem Zuflüsse im institutionellen Geschäft sowie im Private Banking bei.

Die Kundenvermögen der LLB-Gruppe lagen per 31. Dezember 2017 bei 50,3 (VJ 46,4) Mrd CHF und die Kundenausleihungen bei 12,1 Mrd nach 11,5 Mrd im Vorjahr.

Ziel für Geschäftsvolumen erreicht
Insgesamt nahm das Geschäftsvolumen um 7,5% auf 62,3 Mrd zu. Mit der Übernahme der Semper Constantia Privatbank übertreffe die LLB-Gruppe ihr Ziel, das Geschäftsvolumen auf über 70 Mrd zu steigern, bereits im Jahr 2018, so die LLB weiter. Auf pro forma Basis inklusive Semper Constantia lag das Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr bei 81 Mrd.

Die Eigenkapitalausstattung der Bank bleibt unverändert stark; die Gruppe verfüge weiterhin über rund 400 Mio überschüssige Eigenmittel. Die Bank wolle auch künftig organisch aber auch wie Akquisitionen in ihren Zielmärkten Liechtenstein, Schweiz und Österreich wachsen, ergänzte Wohlwend.

Ins laufende Jahr sei die Bank insgesamt gut und bei der Nettoneugel-Entwicklung „stark“ gestartet, sagte Matt. Für das Gesamtjahr sei die Bank zuversichtlich, dass sie ein „solides“ Konzernergebnis erwirtschaften wird, so der CEO weiter.

Insgesamt sei das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Die Erfolgsrechnung, die über den Prognosen ausfiel, sei klar das Highlight, während das Neugeld klar die Enttäuschung sei, schreibt Analyst Javier Lodeiro. Die Anhebung der Dividende resultiere aber in einer attraktiven Dividendenrendite von 4%. (awp/mc/pg)

LLB

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