Märkte verhaltenen optimistisch nach Griechen-«Ja»

Griechenland

Frankfurt am Main – Die Finanzmärkte haben am Montag mit verhaltenem Optimismus auf die Zustimmung des Parlaments in Griechenland zu neuen Sparmassnahmen reagiert. Am Devisenmarkt zeigte der Euro in der Nacht zum Montag zunächst eine nervöse Berg- und Talfahrt im Anschluss an das «Ja» der Parlamentarier zu den neuen Sparvorgaben. Erst im weiteren Handelsverlauf konnte sich Kauflaune beim Euro durchsetzen. An den führenden europäischen Aktienbörsen legten die Kurse im frühen Handel ebenfalls zu, während die als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen an Wert verloren.

Nach der deutlichen Zustimmung der Parlamentarier in Athen sprang der Kurs des Euro in einer ersten Reaktion gegen Mitternacht kräftig nach oben und erreichte zunächst 1,3259 US-Dollar. Im weiteren Verlauf der Nacht fiel der Euro aber zeitweise bis auf 1,32 Dollar zurück. Erst am Morgen konnte er wieder Tritt fassen und kletterte am frühen Vormittag auf ein Tageshoch bei 1,3283 Dollar.

Commerzbank: Kurzfristiges Risiko vom Tisch

Mit der Billigung des Sparpakets mit 199 zu 74 Stimmen sei «von dieser Seite der Weg für das neue Hilfspaket an Athen frei», hiess es am Morgen in einer ersten Einschätzung der Commerzbank. Für den Euro sei damit «ein kurzfristiges Risiko vom Tisch». Allerdings gebe es für eine grössere Erleichterung kaum Anlass. Die Kursschwankungen des Euro nach der Zustimmung in Athen hätten gezeigt, dass «von grösserem Optimismus» am Devisenmarkt «keine Rede sein kann», hiess es weiter bei der Commerzbank.

Am deutschen Rentenmarkt rutschten die Kurse ab. Das «Ja» der Griechen habe die Risikobereitschaft der Anleger ein Stück weit beflügelt und den Kursen der als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen einen Dämpfer versetzt, sagten Händler. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am frühen Vormittag um 0,33 Prozent auf 137,80 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,970 Prozent.

Gemischtes Bild bei europäischen Anleihen
Am Markt für europäische Anleihen zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Risikoaufschläge für italienische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fielen deutlich zurück. Die Rendite sank um 0,09 Prozentpunkte auf 5,48 Prozent. Die Rendite der Papiere aus Spanien mit einer Laufzeit von zehn Jahren gaben hingegen nur leicht nach, während die Rendite von Anleihen aus Portugals kräftig um 0,35 Prozentpunkte 11,23 Prozent zurückfielen. In den kurzen Laufzeiten hingegen legten die Renditen in Portugal und Irland zu. Diese Länder haben sich vor längerem unter den Rettungsschirm EFSF geflüchtet.

Kursgewinne zeigten sich dagegen an den führenden europäischen Aktienmärkten. An der Deutschen Börse in Frankfurt legte der Dax nach dem grünen Licht für das Sparprogramm im frühen Handel um mehr als ein Prozent auf rund 6.760 Punkte zu. Der Index der führenden europäischen Aktienwerte, der EuroStoxx 50, stieg um 0,92 Prozent auf 2.503,51 Punkte. (awp/mc/ps)

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