Marktkommentar von Aberdeen Investments: Weltraumwirtschaft wird investierbar

Marktkommentar von Aberdeen Investments: Weltraumwirtschaft wird investierbar
Start einer Falcon Heavy-Rakete von SpaceX vom Kennedy Space Center in Florida. (Foto: SpaceX)

Das mögliche IPO von SpaceX zeigt exemplarisch, wie stark sich die globale Weltraumwirtschaft verändert. Die Raumfahrt ist längst nicht mehr ausschliesslich staatlich geprägt: Immer stärker treiben private Unternehmen Innovationen und Investitionen voran.

von Baldric Todeschini, Senior Investment Specialist, Private Market Solutions bei Aberdeen Investments

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Sektor zuletzt durch die Artemis-II-Mission der NASA. Für Anleger liegt die eigentliche Chance dabei weniger in einzelnen Missionen als vielmehr in der zugrunde liegenden Infrastruktur und den kommerziellen Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung, Dateninfrastruktur, Verteidigungstechnologien oder autonome Systeme. Bereiche, die bereits heute reale Umsätze generieren und wirtschaftliche Relevanz besitzen.

Der Sektor entwickelt sich zunehmend von einem spekulativen Zukunftsthema hin zu einem strukturierteren, umsatzorientierten Markt. Seit 2019 wurden weltweit über 50 Milliarden US-Dollar in weltraumbezogene Unternehmen investiert. Besonders gefragt sind aktuell Geschäftsmodelle rund um Satellitenkommunikation und geospatiale Datenlösungen, während kapitalintensive Bereiche wie Raketenstarts selektiver finanziert werden.

Viele dieser Chancen entstehen im Private-Markets-Umfeld. Lange Entwicklungszyklen, hoher Kapitalbedarf und technologische Dynamik machen private Beteiligungsstrukturen häufig attraktiver als öffentliche Märkte. Dadurch erhalten Unternehmen mehr Zeit, ihre Technologien zu skalieren und tragfähige Geschäftsmodelle aufzubauen.

Geopolitische Entwicklungen verstärken diesen Trend zusätzlich: Die USA intensivieren ihre Zusammenarbeit mit privaten Raumfahrtunternehmen, während Europa und China ihre eigenen Kapazitäten ausbauen. Gleichzeitig schafft die geplante Stilllegung der Internationalen Raumstation bis 2030 neue Investitionsfelder in der erdnahen Umlaufbahn.

Beispiele für Unternehmen, die Zugang zum strukturellen Wachstum der Weltraumwirtschaft bieten können sind:

SpaceX, das mit Starlink das weltweit grösste kommerzielle Satellitennetzwerk betreibt. Das Unternehmen bleibt dominierende Kraft in der Weltraumtechnologie und konnte im Jahr 2025 über 90 % der Raketenstarts in den USA für sich verbuchen. Viele dieser Starts dienten dem Einsatz von Starlink-Satelliten, mit denen das weltweit grösste kommerzielle Breitbandnetzwerk im Orbit aufgebaut wird. Das Starship der nächsten Generation von SpaceX zielt darauf ab, die Wirtschaftlichkeit von Starts durch sein wiederverwendbares Raketendesign zu revolutionieren. Gleichzeitig fördern US-Regierungsbehörden aktiv Alternativen und unterstützen Unternehmen wie Rocket Lab oder das von Jeff Bezos unterstützte Blue Origin, um die Startkapazitäten zu diversifizieren.

Astranis entwickelt und betreibt kleine, kostengünstige geostationäre Satelliten, die darauf ausgelegt sind, kommerziellen und staatlichen Kunden in unterversorgten Regionen dedizierte Satellitenkommunikationsdienste bereitzustellen.

Apex stellt standardisierte, konfigurierbare Satellitenbus-Plattformen her. Diese ermöglichen einen schnelleren und kosteneffizienteren Einsatz kommerzieller und staatlicher Satellitenmissionen in verschiedenen Umlaufbahnregionen.

Die Kommerzialisierung des Weltraums steht zwar noch am Anfang, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einem eigenständigen wirtschaftlichen Ökosystem. Für langfristig orientierte Investoren eröffnen sich damit neue strukturelle Wachstumschancen – insbesondere im Bereich Private Markets. (Aberdeen/mc/pg)

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