Max Havelaar-Stiftung lanciert Fairtrade-Gold

Max Havelaar

Gold-Minenorganisation SOTRAMI in Santa Filomena, Peru. (Foto: Copyright Eduardo Martino für Fairtrade)

Zürich – Die Schweiz ist die Drehscheibe des globalen Goldmarkts. Rund 70% der Gold-Raffinierung findet hier statt. Gleichzeitig sind weltweit über 100 Millionen Menschen vom kleingewerblichen Bergbau abhängig. Sie arbeiten unter Tag und leben oft unter prekären Bedingungen. Deshalb lanciert die Max Havelaar-Stiftung Fairtrade-Gold auf dem Schweizer Markt.

Der kleingewerbliche Bergbau ist höchst arbeitsintensiv und oft kaum geregelt. Bei der harten Arbeit sind die Mineure und Arbeiterinnen gefährlichen Bedingungen ausgesetzt. Zudem erhalten sie meist nur einen bescheidenen Preis und leben unter schwierigen Bedingungen. Daher engagiert sich Fairtrade für den besseren Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Goldbergbau. Auch wenn nur 10-20 Prozent der weltweiten Goldmenge aus kleingewerblichen Minen stammen, bildet dieser Sektor die Lebensgrundlage für sehr viele Menschen. Entsprechend gross ist die Notwendigkeit für sicherere Arbeitsbedingungen, fairen Marktzugang, Umweltschutz und Transparenz im Handel.

Nadja Lang, Geschäftsleiterin der Max Havelaar-Stiftung: „Die kleingewerblichen Mineure arbeiten und leben oft in prekären Verhältnissen – und die Umweltfolgen sind gravierend. Gerade in der Schweiz kommt uns eine besondere Verantwortung zu, um dem entgegenzuwirken. Deshalb lanciert die Max Havelaar-Stiftung Fairtrade-Gold in der Schweiz.“

Wie wirkt Fairtrade?
Zentral für eine selbstbestimmte und nachhaltige Zukunft der Mineure, ihrer Familien und Gemeinschaften sind:

Legalisierung und Formalisierung führen zu gestärkten Organisationen
Mit dem Zusammenschluss zu legalen Minenorganisationen werden die Rechte der Mineure geschützt und die Entwicklung der lokalen Gemeinden gefördert.

Langfristige Geschäftsbeziehungen und Mindestpreis geben finanzielle Stabilität
Der Aufbau langfristiger und transparenter Handelsbeziehungen macht zertifizierte Minenorganisationen unabhängig von oft ausbeuterischen Zwischenhändlern. Der Fairtrade-Mindestpreis ist substanziell höherer als der Verkaufspreis, den marginalisierte Minen normalerweise erhalten.

Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen
Fairtrade-zertifizierte Minen erhalten über den garantierten Mindestpreis hinaus eine Fairtrade-Prämie in der Höhe von 2000 USD pro Kilogramm Gold. Diese zusätzlichen Einnahmen werden nach demokratischen Kriterien in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen und Gesundheitszentren sowie in die Verbesserung der Produktivität investiert. Das stärkt die Eigenverantwortung der Produzenten nachhaltig.

Sicherheitsbestimmungen schützen Mensch und Umwelt
Der Fairtrade-Standard verbietet missbräuchliche Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung. Die Zertifizierung schreibt Schutzkleidung sowie Massnahmen zu Gesundheitsschutz und Unfallprävention vor. Die nationalen Umweltgesetze müssen eingehalten werden. Der Einsatz von Chemikalien zur Goldgewinnung unterliegt klaren Richtlinien.

Fairtrade-Gold aus Peru
Das derzeit in der Schweiz erhältliche Fairtrade-Gold stammt aus der Mine „Sotrami“ im Süden von Peru. Im Mai 2011, nach einem 2-jährigen unabhängigen Prüfverfahren durch die Zertifizierungsorganisation FLOCERT, wurde Sotrami zur ersten Fairtrade-zertifizierten Mine. Der 50-jährige Eugenio Huayhua, Geschäftsleiter von Sotrami und selber Mineur, ist stolz auf die Entwicklung: „Am schwierigsten war es, die Sicherheitsbestimmungen einzuführen und den Einsatz von Chemikalien in den Griff zu bekommen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt – für die ganze Gemeinschaft.“ Mit den Mehreinnahmen aus der Fairtrade-Prämie wurden beispielsweise der Ausbau der ärztlichen Einrichtungen und ein neuer Schulhausplatz mitfinanziert. In Kürze dürfte auch die peruanische Mine Macdesa Fairtrade-zertifiziert sein. Ausserdem laufen mehrere Pilotprojekt in Ostafrika.

Wo kann man Fairtrade-Gold kaufen?
Die ersten Schmuck-Kollektionen aus fair gehandeltem Gold gibt es in der Schweiz bei Coop City und Christ Uhren & Schmuck, beide Teil der Coop-Gruppe. Daneben können auch registrierte Goldschmiede Fairtrade-Gold beziehen und zu Schmuck verarbeiten. Zudem hofft die Max Havelaar-Stiftung, dass sich in Zukunft auch grosse Anbieter von Schmuck oder Uhren für Fairtrade engagieren. (Max Havelaar/mc/pg)

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