Mehrheit der Ökonomen erwartet heute keine US-Zinswende

Janet Yellen
Janet Yellen, scheidende Fed-Chefin. (Foto: © United States Government Work)

Janet Yellen, Chefin US-Notenbank Federal Reserve. (© US Government Work)

Washington – Die US-Notenbank Fed wird die Zinswende nach Ansicht einer Mehrheit der Ökonomen diese Woche noch nicht wagen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters sind 45 der 80 befragten Beobachter der Fed in Nordamerika und Europa der Ansicht, dass diese am Donnerstag stillhalten wird.

Unter Primärhändlern, die direkt Geschäfte mit der US-Notenbank tätigen, ergibt sich ein weniger klares Meinungsbild: Zwölf Banker erwarten keinen Zinsschritt, doch immerhin zehn rechnen mit einer geldpolitischen Straffung.

«Verdächtige Stille»
Der Chefökonom der Bank Standard Chartered, Thomas Costerg, verweist darauf, dass sich US-Notenbankchefin Janet Yellen seit Mitte Juli zur Geldpolitik bedeckt hält. Wegen dieser «verdächtigen Stille» könne er sich nicht vorstellen, dass sie bereits am Donnerstag handeln werde. Er rechnet damit, dass die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren erst im Dezember über die Bühne gehen wird.

Mögliches Umdenken wegen Weltwirtschaft und Börsenturbulenzen in China
Die Furcht vor einem Abflauen der Weltwirtschaft und das jüngste Börsenbeben in China dürften die Fed seiner Ansicht nach zu einem Umdenken bewogen haben. Nach Meinung von fast allen befragten Experten bedeutet aufgeschoben jedoch nicht aufgehoben: Nur fünf von 80 Ökonomen gehen davon aus, dass Yellen die Zinswende dieses Jahr abbläst.

Die Fed hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. (awp/mc/pg)

Federal Reserve

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