Milliardenstrafe zehrt am Gewinn der Bank of America – Aktie sackt ab
Charlotte / Washington – Eine Milliardenstrafe wegen Gesetzesverstössen hat der Bank of America im dritten Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich verdiente das Institut 6,9 Milliarden US-Dollar (6,2 Mrd Euro) nach 8,3 Milliarden ein Jahr zuvor, wie es am Mittwoch in Charlotte (Bundesstaat North Carolina) mitteilte. Neben der Strafe, die erst am Dienstagabend bekannt geworden war, drückte auch ein unerwartet schwacher Handel mit Anleihen und Aktien auf das Ergebnis. An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Im vorbörslichen US-Handel ging es für die Aktie der Bank um zuletzt 5 Prozent abwärts.
So fielen die Erträge des Instituts im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen im dritten Quartal 17 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Im Aktienhandel wuchsen sie zwar um 11 Prozent, verfehlten jedoch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Weil es im Privatkundengeschäft und der Vermögensverwaltung besser lief, konnte die Bank ihre gesamten Erträge dennoch um drei Prozent auf 30 Milliarden Dollar steigern.
Teuer kamen das Institut die Strafen des US-Finanzministeriums zu stehen. Die Bank of America muss mehr als 1,2 Milliarden Dollar wegen Verstössen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze bezahlen. Unter anderem habe die Grossbank chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht gemeldet, hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. Insgesamt gehe es um verdächtige Transaktionen in Höhe von mehr als fünf Milliarden Dollar. Bei rund einem Fünftel davon seien auch Anliegen der nationalen Sicherheit im Spiel gewesen.
In dem Strafbetrag ist auch eine Zahlung von 11,6 Millionen Dollar nach einem Vergleich wegen der Verletzung von Sanktionen unter anderem gegen Iran und Russland enthalten, wie das Ministerium weiter mitteilte. Laut einem Gerichtsdokument wird die Bank externe Prüfer zulassen, die verdächtige Transaktionen analysieren sollen.
Die Bank verwies in einer Stellungnahme bei der Nachrichtenagentur Bloomberg darauf, dass sie bereits Milliarden Dollar in Technologie zum Kampf gegen Finanzkriminalität investiert habe. Man arbeite daran, die von Regulierern angeprangerten Probleme zu beheben.
Das Geldinstitut war bereits 2024 aufgefordert worden, die Kontrollen im Zusammenhang mit Geldwäsche zu verstärken. Dem Finanzministerium zufolge ergriff die Bank nicht die ausreichenden Massnahmen, um die Aufsicht zu verbessern. (awp/mc/ps)