Moody’s senkt Kreditwürdigkeit Griechenlands kräftig

Giorgos Papakonstantinou

Giorgos Papakonstantinou, griechischer Finanzminister.

London – Die US-amerikanische Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Euro-Staats Griechenland kräftig gesenkt. Die Bonität sinke um drei Noten von «Ba1» auf «B1», teilte die Agentur am Montag mit. Zudem ist der Ausblick für das Rating negativ, was auf weitere Herabstufungen in der mittleren Frist hindeutet.

Ende 2010 hatte Moody’s angekündigt, die Kreditwürdigkeit Griechenlands abermals zu prüfen. Die Ratingagentur begründet die spürbare Herabstufung mit drei Faktoren. Zum einen bezweifelt Moody’s, dass Griechenland seine «sehr ambitionierten» Konsolidierungsmassnahmen tatsächlich umsetzen kann. Allerdings habe Athen bislang auch grosse Fortschritte erzielt. Zudem sieht die Agentur strukturelle Probleme auf der Einnahmenseite des Staates. Darüber hinaus verweist Moody’s auf Unwägbarkeiten beim neuen europäischen Rettungsschirm nach 2013 und nennt das Risiko einer Umschuldung bestehender Staatsschulden Griechenlands.

Griechenland wehrt sich gegen Herabstufung
Griechenland hat sich gegen die abermalige Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody’s gewehrt. Die Herabstufung sei ungerechtfertigt und stelle keine objektive und ausgewogene Beurteilung der Lage dar, heisst es in einer Stellungnahme des griechischen Finanzministeriums vom Montag. Neben der Qualität der Analyse kritisiert die griechische Regierung Zeitpunkt und Ausmass der Herabstufung als unverständlich. So habe Moody’s in seine Analyse offenbar nur Risiken einfliessen lassen und jüngste Konsolidierungsfortschritte und Reformen nicht gewürdigt. Die von Moody’s genannten Argumente seien zudem nicht neu und bereits bei der vergangenen Herabstufung im Sommer 2010 bekannt gewesen. (awp/mc/upd/ps)

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