Nachhaltige Anlagen: Nur 9% der Investmentstrategien mit Top-Rating

Nachhaltigkeit

Zürich – Nur neun Prozent von mehr als 5.000 Investmentstrategien erzielen im Hinblick auf die ESG-Faktoren Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Corporate Governance) ein Top-Rating, wie eine aktuelle Analyse des internationalen Beratungsunter-nehmens Mercer zeigt. Die Bewertung erfolgt mit Hilfe einer vierstufigen Skala, wobei die Stu-fen 1 und 2 als Top-Ratings gelten. Die von Mercer seit 2008 vergebenen Ratings reflektieren den Grad, zu dem Portfolio-Manager im Investmentprozess ESG-Faktoren einbeziehen und ihre Rechte als Aktionäre und Anteilseigner ausüben.

„Dass die Anzahl der Strategien, die ein Top-Rating erreicht haben, so gering ist, hat uns nicht überrascht, denn wir haben für die Bewertung einen hohen Massstab angesetzt. Wir möchten mit unserem Rating die wirklichen Marktführer identifizieren, was die Berücksichtigung von ESG-Faktoren angeht“, sagt Christian Bodmer, Leiter des Bereichs Investment Consulting von Mercer in der Schweiz. „Die Investment-Community hat noch eine Menge zu tun, um Respon-sible Investment-Praktiken voll zu integrieren. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Strategien mit einem Top-Rating in den nächsten Jahren erhöhen wird. Wir glauben, dass sich durch ESG-Analysen und die aktive Ausübung von Aktionärsrechten bessere Ergebnisse in der Kapitalanlage erzielen lassen“, so Bodmer weiter.

Fokus auf ESG-Faktoren relativ neues Konzept
„Der Fokus auf ESG-Faktoren als Weg zu einem besseren Risikomanagement ist immer noch ein relativ neues Konzept“, sagt Bodmer. „Unsere ESG-Rating-Methodik ermöglicht Investoren einen zusätzlichen Blick auf Portfolio-Manager und ihre Investment-Strategien. Mercers ESG-Ratings zeigen auf, wie langfristigere Risiken und Chancen in den Strategien berücksichtigt und wie verantwortlich die Eigentümer-Rechte der Investoren wahrgenommen werden. Das ESG-Rating erlaubt Investoren abzuschätzen, wo ihre Manager heute stehen und es liefert einen Rahmen für Überlegungen, in welche Richtung die Manager in der Zukunft gehen sollten.“

Private Equity mit grösstem Anteil an ESG-Strategien
Von den 5.175 derzeit bewerteten Strategien entfallen 57 Prozent auf gelistete Aktien, 20 Prozent auf festverzinsliche Papiere und die restlichen 23 Prozent auf Immobilien, Private Equity, Hedge Fonds und andere. Private Equity weist den grössten Anteil an ESG-Strategien mit Top-Rating auf, Hedge Fonds und festverzinsliche Papiere haben den kleinsten Anteil. Geografisch betrachtet kommen die meisten Strategien mit Top-Rating aus den Emerging Markets und Asien-Pazifik, Kanada hat die geringste Anzahl vorzuweisen.

58 Prozent der Strategien, die in Kategorie 1 und somit deutlich überdurchschnittlich eingestuft wurden, werden gezielt als ESG- oder Nachhaltigskeitsstrategien vermarktet oder es sind thematisch auf ESG fokussierte Strategien. 72 Prozent werden von Unterzeichnern der United Nations Principles for Responsible Investment (UN-PRI) gemanagt. Von den Strategien mit ESG-Rating 2 tragen nur 22 Prozent ein Branding für ESG oder für Nachhaltigkeit. Die übrigen 78 Prozent sind also „Mainstream“-Strategien, die ESG-Faktoren in ihre Analysen einbeziehen, um gut informierte Kaufs-/Verkaufsentscheidungen zu treffen. 68 Prozent aller Strategien in Kategorie 2 werden von PRI-Vertragspartnern gemanagt.

Die Strategien mit einem Top-Rating zeichnen sich durch die folgenden gemeinsamen Charakteristika aus:

  • Nachweisbar wichtige Rolle von ESG-Faktoren im Investment-Prozess und in der Unternehmenskultur
  • Bemühungen zur Integration von ESG-Faktoren in Bewertungskennzahlen, mittels selbst gewonnener Einschätzungen über Relevanz und Wirkungszeiträume
  • Langfristiger Investment-Horizont und geringes Volumen von Portfolio-Umschichtungen
  • Regelung und Wahrnehmung von Eigentümer-Rechten nach einem planvollen Vorgehen, mit Integration im Investment-Prozess und mit Transparenz
  • Bei alternativen Anlagen mit Nachweisen, dass im Hinblick auf Transparenz und Bewer-tung Best Practices verfolgt werden und die ESG-Performance in angemessener Form überwacht und gesteuert wird
  • Ein deutlicher Wille, mit anderen institutionellen Investoren zusammenzuarbeiten, um die Performance von Unternehmen, Branchen und des Gesamtmarkts zu verbessern
  • Entschlossenheit zur unternehmensweiten Integration von ESG-Ansätzen

Über Mercer
Mercer zählt zu den führenden internationalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Personalvorsorgeberatung, Outsourcing von Pensionskassendienstleistungen, Investment Consulting und Human Capital Management und ist mit 20’000 Mitarbeitern in über 40 Ländern tätig. Das Unternehmen ist Teil der Marsh & McLennan Companies, Inc. (www.mmc.com). Die Aktie der Muttergesellschaft ist mit dem Ticker-Symbol MMC an den Börsen New York, Chicago und London notiert.

Mercer (Switzerland) SA
In der Schweiz ist Mercer mit derzeit rund 150 Mitarbeitenden an den Standorten Zürich, Genf und Nyon vertreten und bietet ihren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot, das von der vorsorgerechtlichen Beratung, Geschäftsführung und Administration von Pensionskassen, Rechnungslegung von Vorsorgeverbindlichkeiten bis hin zum Investment Consulting reicht. Darüber hinaus unterstützt Mercer Unternehmen im Bereich von Human Capital- und Vergü-tungsmanagement.

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