US-Budgetstreit beherrscht IWF-Tagung: Lagarde hofft auf Lösung

Christine Lagarde
Christine Lagarde, Direktorin IWF. (Bild: IWF / Flickr)

Christine Lagarde, Direktorin IWF. (Bild: IWF / Flickr)

Washington – Die Chefin des Internationale Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, pocht auf ein baldiges Endes des US-Haushaltsstreits. «Ich hoffe, dass wir in einigen Wochen sagen können: Was war das für eine unnötige Zeitverschwendung», sagte Lagarde am Donnerstag in Washington vor Beginn der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Zugleich rief sie die US-Notenbank zu einem behutsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik auf, um Turbulenzen auf den globalen Finanzmärkten zu vermeiden. In der Eurozone sieht sie Fortschritte.

Der heftige Etatstreit in den USA überschattet das Jahrestreffen Finanzminister und Notenbankchefs der 188 Mitgliedsländer beider Organisationen. Mit Empfehlungen an die Parteien im US-Kongress hielt sich Lagarde betont zurück. Der Währungsfonds gebe keine Ratschläge, wie ein Konflikt politisch zu lösen sei, sondern befasse sich nur mit den wirtschaftlichen Auswirkungen von Entscheidungen. Sollte aber das Schuldenlimit nicht rechtzeitig angehoben werden, könne dies sehr negative Folgen für die Weltkonjunktur insgesamt haben.

OECD: USA setzen Weltwirtschaft dem Risiko einer Rezession aus
Laut der Industriestaatenorganisation OECD setzen die USA mit ihrem Budgetstreit die gesamte Weltwirtschaft dem Risiko einer erneuten Rezession aus. Das komme zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Erholung in den Industrieländern ohnehin auf wackeligen Beinen stehe und viele aufstrebende Ökonomien vor Problemen stünden, warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurria in einer Mitteilung in Paris. Dem US-Finanzministerium zufolge droht der grössten Volkswirtschaft der Welt erstmals in der Geschichte die Zahlungsunfähigkeit, sollte das Kreditlimit nicht bis zum 17. Oktober angehoben werden.

Augenmass bei bevorstehendem «Tapering» gefordert
Hinsichtlich der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) forderte Lagarde Augenmass bei dem bevorstehenden «Tapering», also dem Herunterfahren der massiven Anleihekäufe. Es müsse «so gut kommuniziert wie möglich» werden und in so kleinen Schritten erfolgen, dass Turbulenzen auf den Märkten verhindert würden. Die Fed müsse dabei im Blick haben, dass ihre Massnahmen auf die gesamte Weltwirtschaft und nicht nur auf die US-Konjunktur ausstrahlen könnten. Die Entwicklungs- und Schwellenländer sollten sich ihrerseits auf den Abfluss von Investitionskapital einstellen.

Verhalten positiv äusserte sich Lagarde über die Fortschritte in der Eurozone. Das Ende der Rezession sei positiv, aber der Aufschwung sei noch langsam und unausgewogenen. Lagarde forderte die Euroländer auf, die Pläne für eine Bankenunion voranzutreiben und Hürden auf dem Arbeitsmarkt abzubauen.

Weltbank: Bekämpfung der Kinderarmut grosse und dringende Herausforderung
Die Weltbank machte die Bekämpfung der Kinderarmut zu ihrem Hauptanliegen. Einer neuen Studie zufolge litten 400 Millionen Kinder unter «entsetzlichen Zuständen», sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Er sprach von einer grossen und dringenden Herausforderung. (awp/mc/upd/ps)

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