Partners Group streicht deutlich mehr Kapitalzusagen ein

Partners Group streicht deutlich mehr Kapitalzusagen ein
David Layton, Co-Chief Executive Officer Partners Group. (Foto: Partners Group)

Baar – Der Vermögensverwalter Partners Group hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Kapitalzusagen gewonnen. In Sachen Investments ist die Gesellschaft indes etwas langsamer unterwegs, was sich jedoch im weiteren Jahresverlauf wieder ändern könnte. An der Börse wurde der Zwischenbericht freundlich aufgenommen.

Die neuen Zahlungszusagen der Kunden für sowohl Investitionsprogramme als auch Mandate erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres 7,4 Milliarden Euro nach 6,2 Milliarden, wie der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Asset Manager am Dienstag mitteilte. Per Ende Juni verwaltete die Gesellschaft in der Folge Vermögen in der Höhe von 79,8 Milliarden Euro nach 72,8 Milliarden Ende Dezember 2018. Das entspricht einem Wachstum von 9,6 Prozent.

Damit hat Partners Group die Prognosen bei den verwalteten Vermögen klar übertroffen: Von AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit 77 Milliarden Euro gerechnet. Die Kundennachfragen wurden auf 7,5 Milliarden geschätzt.

Organisches Wachstum angestrebt
Partners Group spricht von einer „soliden Entwicklung“ und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr: Die Gesellschaft rechnet weiterhin mit einer Bruttonachfrage in der Höhe von 13 bis 16 Milliarden Euro. 2018 waren es 13,3 Milliarden.

In der Vergangenheit wurde die eigene Prognose, die jeweils nach dem Jahresabschluss für das neue Jahr in Aussicht gestellt wird, nach dem Halbjahr oft nochmals erhöht. Im vergangenen Jahr war dies aber bereits ebenfalls nicht mehr der Fall.

Partners Group will weiterhin organisch wachsen und muss daher im Einklang mit dem Wachstum der verwalteten Vermögen neue Mitarbeiter rekrutieren. Andere Private-Equity-Teams aufzukaufen – wie man es bei Mitbewerbern sieht, werde derzeit nicht erwogen, sagte Co-Finanzchef Philip Sauer an einer Telefonkonferenz für Analysten.

Im ersten Halbjahr 2019 stieg die Anzahl der Mitarbeiter denn auch um 10 Prozent auf 1’326. Dieser Trend werde sich fortsetzen, kommentierte Co-Chef David Layton. Die verwalteten Vermögen hatten im Vergleich zu Ende 2018 ebenfalls um knapp 10 Prozent zugelegt.

Bis Ende des Jahres rechnet das Unternehmen mit rund 1’400 Mitarbeitern und bis Ende 2020 mit mehr als 1’500. Die Büros überall auf der Welt würden wachsen, sagte CFO Sauer. Ein Schwerpunkt liege aber zum Beispiel derzeit in Denver in den USA, wo ein zweiter Hauptsitz entsteht, oder etwa in Manila auf den Philippinen.

Weniger Investments
Bei den Anlagen kann Partners Group nicht ganz an das vergangene Rekordjahr anknüpfen. Für die hauptsächlich institutionellen Kunden – mehr als die Hälfte sind Pensionskassen – wurde im ersten Halbjahr eine Summe von 6,9 Milliarden US-Dollar investiert. Im ersten Semester 2018 waren es 7,7 Milliarden und im Gesamtjahr dann gar 19,3 Milliarden Dollar.

Der sehr selektive Auswahlprozess sei beibehalten worden, hiess es am Dienstag. Man sei nicht gezwungen, Kompromisse bei der Bewertung und letztendlich der erwarteten Zielrendite einzugehen, sagte Co-Chef David Layton. Er verwies dabei auch auf das schwierige und schnelllebige Marktumfeld sowie die stetig wachsende Konkurrenz.

Konkret wurden im ersten Halbjahr wurden rund 1’300 potenzielle Direktinvestitionen in allen Anlageklassen der Privatmärkte analysiert und lediglich 29 davon umgesetzt. Das entspricht einer Ablehnungsrate von 98 Prozent.

Partners Group versucht, die vielversprechendsten Unternehmen und Anlagen zu identifizieren und frühzeitig eine enge Beziehung aufbauen. Ziel ist es zum einen, Synergieeffekte durch Ergänzungskäufen zu nutzen. Zum anderen liege das Augenmerk auf Nischenplayern mit einem besonders starken Produkt oder einer besonders herausragenden Dienstleistung sowie Unternehmen mit stark defensiven Eigenschaften.

An der Börse legen Partners Group am Dienstag bis Handelsschluss um 1,1 Prozent auf 788,80 Franken zu, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI 0,25 Prozent im Plus schloss. Der Vermögensverwalter habe eine starke Fundraising-Periode hingelegt, kommentierte die Deutsche Bank. (awp/mc/ps)

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