Pensionskassen erreichen 2015 im Durchschnitt eine Anlageperformance von 0,7%

Anlage

Zürich – Die Schweizer Pensionskassen blicken auf ein durchwachsenes Anlagejahr 2015 zurück. Die Performance der Pensionskassen betrug, gemessen an der vom Beratungsunternehmen Towers Watson errechneten Medianrendite, lediglich 0,7%, wie der Pensionskassenverbands ASIP in der Mitteilung vom Dienstag schreibt. Dabei wurde die leicht negative Rendite des ersten Halbjahres (-0,1%) durch das Plus der zweiten Jahreshälfte (+0,8%) mehr als kompensiert.

Die im vergangenen erzielte Rendite liegt trotzdem klar unterhalb des vom Bundesrat für 2015 auf 1,75% festgelegten Mindestzinses. Diesen müssen die Pensionskassen ihren Versicherten gutschreiben. Auf das neue Jahr hin hat die Politik die Mindestverzinsung auf 1,25% gesenkt.

Die durchschnittliche Rendite liege unterhalb der notwendigen Sollrenditen, welche die Kassen benötigten, um ihre langfristigen Verpflichtungen zu erfüllen, warnt der Verband. Allerdings hätten die Pensionskassen in den Jahren 2012 bis 2014 gute Erträge und gemäss ASIP-Performancevergleich Renditen zwischen 6,1 und 8,1% erreicht. In diesen guten Jahren habe man einen Teil der Wertschwankungsreserven wieder aufgebaut.

Gut rendierende Immobilien
Gut abgeschnitten haben 2015 die Immobilienanlagen. Die weiterhin stetige Nachfrage nach Immobilien habe in den Kategorien «Immobilien Schweiz indirekt» sowie «Immobilien Schweiz direkt» zu Medianrenditen von 5,1% respektive 5,3% geführt. Die «Immobilien Ausland» schnitten in der zweiten Jahreshälfte gar mit +9,4% ab und erreichten eine Jahresperformance von +3,0%.

Ebenfalls zulegen konnten die «Aktien Asien Pazifik» (+3,8%). Auf der Gegenseite stehen die Rohstoffe, deren Rendite in der Jahresbilanz mit -24% geführt werden. In den letzten 5 Jahren hätten die Rohstoffe kumuliert rund 45% ihres Wertes eingebüsst, so die Mitteilung.

In der Gewichtung beanspruchten Schweizer Aktien im ASIP-Universum in der zweiten Jahreshälfte im Median rund 10% der Vermögensanlagen und ausländische Aktien rund 20%. Obligationen sind im Median mit 37% vertreten. Im ASIP-Performancevergleich wird ein Gesamtvermögen von rund 231 Mrd CHF von 60 Pensionskassen und über 1’100 Portfolios erfasst.

Marktumfeld bleibt herausfordernd
Die extrem tiefen und sogar negativen Zinsen machen den Pensionskassen weiter zu schaffen. In diesem Umfeld sei es schwierig, die notwendigen Renditen für die Erfüllung der mittel- bis langfristigen Leistungsversprechen zu erzielen, heisst es. Viele Kassen prüften nun angesichts negativer Obligationenrenditen, die Immobilien- und Aktienquote zu erhöhen oder auch vermehrt in alternative Anlagen (z.B. Infrastrukturanlagen) zu investieren.

Auch hätten einzelne Kassen dank der Aufteilung der Liquidität auf verschiedene Banken entweder noch keine, oder nur geringfügige Negativzinsen bezahlen müssen. Dagegen seien die Kosten für die Absicherung von Fremdwährungsrisiken nach der Einführung der Negativzinsen für Schweizer Investoren durchs Band markant angestiegen.

Trotz der schwierigeren Phase, die wohl auf die Pensionskassen noch zukomme, sei die Leistungsfähigkeit und die langfristige Sicherheit der beruflichen Vorsorge nicht gefährdet, verspricht der Verband. Neben Anpassungen auf der Verpflichtungsseite – wie sie im Moment im Rahmen des Projekts «Altersvorsorge 2020» diskutierte werden – seien auch Massnahmen zur Effizienz des dritten Beitragszahlers (die Anlageperformance) notwendig. Basis dafür bilde eine die Risikofähigkeit und -bereitschaft berücksichtigende Anlagestrategie. (awp/mc/ps)

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