Pensionskassen rechnen mit weiterer Senkung der Verzinsung und Renditeeinbussen

Pensionskassen rechnen mit weiterer Senkung der Verzinsung und Renditeeinbussen
(Bild: © DOC RABE Media - Fotolia.com)

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Zürich – Schweizer Pensionskassen haben in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 kaum eine Rendite erzielt. Die Gefahr einer Unterdeckung bleibt im aktuellen Tiefzinsumfeld akut. Eine Mehrheit der Pensionskassen will das Anlagerisiko erhöhen während weitere Senkungen der Verzinsung sowie des Umwandlungssatzes unvermeidlich scheinen.

Laut Berechnungen des Beratungsunternehmens Complementa haben die Pensionskassen von Januar bis April eine Rendite von lediglich 0,1% erzielt. Im Vorjahr waren es noch 1,1% und in den vorangegangenen drei Jahren im Durchschnitt 6,9%. Diese Zahlen widerspiegeln gemäss Complementa die Herausforderungen des Tiefzinsumfeldes, mit welchem die 2. Säule in besonderem Masse konfrontiert ist, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Ebenfalls rückläufig entwickle sich aufgrund der sinkenden Renditen der durchschnittliche Deckungsgrad: Er ging von 105,6% Ende 2014 auf 103,4% Ende 2015 zurück. Bis Ende April 2016 sank der Deckungsgrad laut Complementa um weitere 0,8 Prozentpunkte auf 102,6%. Damit schwinde der Puffer zur Unterdeckung, was zuletzt zwischen 2008 und 2012 während und nach der Finanzkrise der Fall war.

Herausforderung in Finanzierungskosten der 2. Säule
Gemäss dem 22. Pensionskassen Risiko Check-up von Complementa liegen die Herausforderungen in den Finanzierungskosten der 2. Säule. Das Renditeziel von rund 2,7% werde im aktuellen Umfeld «nur schwer mit Anlageerträgen zu erwirtschaften sein». Complementa geht auf der Basis des Anlagemixes der 2. Säule bei anhaltend tiefem Zinsniveau von einem langfristigen Renditepotential von rund 2,3% aus.

Dies habe zur Folge das Kassenverantwortliche gezwungen seien die Verzinsungen der Arbeitnehmer zu reduzieren. Dadurch werde sich die Umverteilungsproblematik von «jung» zu «alt» und das gesamthaft tiefere Rentenniveau junger Generationen verschärfen. In Verbindung mit demografischen Faktoren und einem Einbruch des Vermögensertrags fordert das auf Investment Controlling und Reporting spezialisierte Beratungsunternehmen ein Eingreifen der Politik. Diskussionsbedarf sieht Complementa beim gesetzlichen Mindestumwandlungssatz sowie bei der Erhöhung der Beitragssätze und des Rentenalters. (awp/mc/ps)

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