Preisüberwacher kritisiert Höhe der Bankgebühren

Stefan Meierhans

Preisüberwacher Stefan Meierhans.

Bern – Schweizer Bankkunden sehen oft davon ab, ihr Konto aufzulösen oder ihre Wertschriften zu transferieren. Schuld daran sind die erhobenen Gebühren der Banken. Dies zeigt eine Analyse des Preisüberwachers. Er fordert von den Banken, die Höhe der Gebühren zu überprüfen.

Diese schränkten die Mobilität der Kundinnen und Kunden ein, lautet das Fazit des Preisüberwachers. Er vermutet, dass die Gebühren eher dazu dienten, Bankkunden vom Transfer ihrer Vermögenswerte zu einer anderen Bank abzuhalten oder sie dafür zu „bestrafen“.

Gebühren für Kontoauflösung und Transfer von Wertschriften untersucht
Konkret hat der Preisüberwacher die Gebühren für die Kontoauflösung und den Transfer von Wertschriften bei insgesamt 32 Banken untersucht. Die Mehrheit der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung besitze demnach mindestens ein Konto bei einem dieser Institute.

Während die meisten Gebühren von den Banken transparent ausgewiesen werden, finden sich die beiden untersuchten Gebühren oft versteckt in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, wie es in den am Dienstag publizierten Ergebnissen heisst.

Die untersuchten Banken belasten laut Preisüberwacher für den Transfer von Wertschriften jeder einzelnen Position im Wertschriftenportfolio eine Pauschalgebühr von 50 bis 200 CHF. Bei einem Portfolio von 60’000 CHF könnten so zwischen 750 bis 3’000 CHF an Gebühren anfallen.

Verzicht auf Gebühren bei Kontoauflösung gefordert
Als problematisch erachtet der Preisüberwacher die Gebühren vor allem bei kleinen Portfolios und in Fällen wie der Gütertrennung bei einer Scheidung, der Auflösung einer Gesellschaft oder die Übertragung im Rahmen einer Erbschaft. Bei letzteren sei der Transfer von Wertschriften „teilweise unabdingbar“.

Der Preisüberwacher fordert die Banken auf, ganz auf Gebühren für die Kontoauflösung zu verzichten. Überprüfen sollen sie die Höhe der Transfergebühren. (awp/mc/ps)

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