Salmann empfiehlt Anlegern eine höhere heimische Aktienquote

Salmann empfiehlt Anlegern eine höhere heimische Aktienquote

Alfred Ernst, Aktienspezialist von Salmann

Zürich – Der Vermögensverwalter Salmann ortet 2011 vor allem im Aktienbereich attraktive Chancen. Schweizer Anleger und Anlegerinnen sollten hier nicht nur Schwellenländer, sondern auch die Schweiz übergewichten. Neueste Erkenntnisse ergeben, dass der Heimmarktanteil im heutigen Umfeld höher gewichtet werden soll als früher.

Für den unabhängigen Vermögensverwalter Salmann Investment Management präsentiert sich der Anlageausblick für 2011 trotz einiger Nebelschwaden insgesamt freundlich. Das Wirtschaftswachstum dürfte zwar etwas geringer ausfallen als 2010. Doch bleibt dafür auch die Teuerung moderat, so dass ein insgesamt freundliches Anlageumfeld erwartet wird. Die Aktienmärkte werden weiterhin vom überdurchschnittlichen Wachstum der Schwellenländer profitieren. Ausserdem sorgen die anziehenden Fusionen und Übernahmen (F&U) für Phantasien. „Auffallend ist der Zuwachs an grenzüberschreitenden Transaktionen. Viele Unternehmen schwimmen in liquiden Mitteln und trachten danach, ihre Marktpositionen auszubauen. Kombiniert mit den tiefen Zinssätzen dürfte dies das F&U-Karussell in Schwung halten“, ergänzt Alfred Ernst, Aktienspezialist von Salmann.

Zinsen bleiben vorerst tief
An den Obligationenmärkten ist allerdings erhöhte Vorsicht angesagt. Offensichtlich verhindert der Euro-Rettungsschirm nicht, dass Mitglieder der Euro-Währungsunion zurückgestuft werden. Gemäss Chief Investment Officer (CIO) Teja von Holzschuher lässt sich sogar ein gegenteiliger Trend identifizieren: „Der Markt wie auch die Ratingagenturen werten die Flucht unter den Schirm als Malus für das jeweilige Land. Identische Signale gehen auch vom Devisenmarkt aus, wo der Euro trotz grossem Aktivismus auf Regierungsebene unter Druck steht“, betont er. Dennoch blieben die wichtigen Obligationenmärkte zuletzt erstaunlich ruhig. Der Zinsauftrieb von Anfang Dezember machte gegen Silvester hin wieder einer Entspannung Platz. Unausgeschöpfte Kapazitäten und die Tiefzinspolitik vieler Notenbanken sprechen in den Kernmärkten vorerst noch für tiefe Zinssätze. An der Peripherie dagegen findet bereits die nächste Nagelprobe statt. Italien, Portugal und Spanien müssen allein im ersten Halbjahr 2011 etwa 350 Milliarden Euro an Refinanzierungen am Markt aufnehmen. „So oder so gilt es, auf der Hut zu sein“, warnt von Holzschuher.

Franken-Höhenflug nicht auf ewig
Der Höhenflug des Frankens hat 2010 den Anlegern mit Schweizer Referenzwährung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die helvetische Währung hat 2010 von aussergewöhnlichen Situationen profitiert und dürfte ihr heutiges Niveau auch umfangreichen spekulativen Käufen zu verdanken haben. „Wenn sich die Wogen glätten, was wir erwarten, besitzen vor allem der Euro sowie der US-Dollar Potenzial für eine Erholung“, prognostiziert Salmann im Anlageausblick für 2011. Diese Markteinschätzungen, aber auch eine grundlegende Neubeurteilung des Schweizer Aktienmarktes führt bei Salmann zu einer signifikanten Anpassung der Asset Allokation für Kunden mit Referenzwährung Schweizer Franken.

Heimische Aktien mit Vorteil
Ausgangslage ist die Beobachtung, dass der Schweizer Aktienmarkt durch die gestiegene globale Integration der Wirtschaft ein sehr viel grösseres Diversifikationspotenzial als früher aufweist. „Aufgrund umfangreicher Analysen und Studien ist unser Anlagekomitee deshalb zum Schluss gekommen, dass es langfristig von Vorteil ist, heimische Aktien für Schweizer Anleger markant höher zu gewichten“, führt von Holzschuher aus. Das Gleiche gilt für europäische Anleger: Sie sollten europäische Aktien übergewichten, und Amerikaner sollten US-Aktien übergewichten.

Für ausgewogene Schweizer-Franken-Portfolios mittlerer Risikostufe ohne kundenseitige Einschränkungen werden daher in einem ersten Schritt rund 5% der Mittel in schweizerische klein- und mittelgross kapitalisierte Unternehmen investiert. Dagegen wurde die Position anderer europäischer Dividendenwerte im gleichen Umfang reduziert. Europäische wie auch schweizerische Aktien notieren gemessen an ihren Kurs-/Gewinnverhältnissen (KGV) von 15,3 sowie 14,9 unter ihren langfristigen Mittelwerten. Sie sind gemäss Salmann auch mit Blick auf die Dividendenrenditen von 3,1 beziehungsweise 2,6% attraktiv. „Im neuen Jahr werden wir die Heimallokation zulasten ausländischer Märkte voraussichtlich weiter erhöhen“, kündet von Holzschuher an.

An der Gewichtung asiatischer Aktien wurde nichts verändert. Sie stehen im Referenzportfolio mit zirka 15% Anteil unverändert als „übergewichtete“ Position in den Depots. „Die Aussichten präsentieren sich unverändert gut. Dies gilt auch für US-Aktien, wo der Aufwärtstrend aus technischer Sicht intakt bleibt“, meint Ernst. Das KGV liegt mit 15,8 unter dem historischen Durchschnitt. Im Mittel erwarten die Analysten für 2011 ein Gewinnwachstum von 13%, was leicht unter dem Konsens für das globale Gewinnwachstum von 14,5% liegt. Bei nicht traditionellen  Investitionen besteht momentan kein Engagement.

Attraktive Gläubigerländer
Bei den festverzinslichen Anlagen reduzierte sich der Anteil der Obligationen leicht auf 38%. Infolge der eindrücklichen Kursgewinne von hochverzinslichen Euro-Obligationen in den vergangenen 18 Monaten sind die Renditeabstände zu normalen Anleihen stark geschmolzen. „Zwar orten wir in diesem Bereich weiterhin ein gutes Ertragspotenzial. So gross wie auf dem Höhepunkt der Krise Anfang 2009 ist es indes nicht mehr. Daher haben wir die Allokation reduziert und einen Teil der Gewinne realisiert“, erklärt von Holzschuher.

Im Gegenzug wurden Mittel in Schuldverschreibungen besonders vermögender Staaten oder staatsnaher Emittenten investiert. Beispiele solcher Nationen sind Norwegen, Singapur und die Schweiz, ferner Deutschland, Katar, Hongkong sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Obwohl die finanzielle Lage solcher Staaten sehr gut ist und ihre Beliebtheit unter den Investoren wegen der Verschuldungskrise weiter an Bedeutung gewinnen dürfte, offerieren einige dieser Schuldner dank ihrer relativen Unbekanntheit und/oder geringen Emissionsvolumina ansprechende Renditekonditionen.

Der Anteil der Geldmarktanlagen hat sich als Folge von Umschichtungen in anderen Anlagekategorien geringfügig erhöht. Die Position ist aus taktischen Überlegungen momentan übergewichtet, wobei die strategische  Zielgrösse leicht auf rund 12% erhöht wurde, so dass sich bietende Opportunitäten rasch und flexibel nutzen lassen. Zinsanlagen werden bei Salmann schon seit jeher vorwiegend in der Heimwährung des Kunden gehalten und nehmen in einem ausgewogenen Portfolio ein Gewicht von rund 50% ein. (Salmann/mc/hfu)

Asset Allokation zusammengefasst:
Geldmarkt: Leicht übergewichten
Obligationen: Untergewichten/kurze Duration
Aktien USA: Untergewichten
Aktien Europa: Untergewichten
Aktien Schweiz: Übergewichten
Aktien: Japan neutral
Aktien Asien: Übergewichten
Nicht traditionelle Anlagen: Untergewichten/keine Position

Salmann

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