Schweizer Banken beteiligen sich an US-Zahlung über 1,87 Mrd

US-Justiz

New York – Zwölf Banken, darunter auch die Credit Suisse und die UBS, haben sich bereit erklärt, insgesamt 1,87 Milliarden Dollar zu bezahlen, um eine Klage in den USA abzuwenden. Investoren warfen den Geldhäusern wettbewerbswidrige Praktiken auf dem Markt der Kreditderivate vor.

Die Grundsatzvereinbarung solle in den nächsten sieben bis zehn Tagen abgeschlossen werden, sagte ein Anwalt eines Klägers am Freitag. Das Vorgehen dürfte den Grossbanken ein Verfahren ersparen. Der Anwalt, der zuvor einem New Yorker Richter den Entscheid mitgeteilt hatte, machte keine Angaben über die Summen, die von den einzelnen Banken bezahlt werden.

Neben den Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sind die US-Institute Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Morgan Stanley betroffen. Dazu kommen die britischen Geldhäuser Barclays, Royal Bank of Scotland sowie HSBC, die Deutsche Bank und BDP Paribas aus Frankreich.

Eine Investorengruppe, angeführt vom Pensionsfond der Metallarbeiter in Cleveland, hatte im Mai 2013 eine Sammelklage angestrebt gegen zwölf Grossbanken sowie die britische Firma Markit, führende Anbieterin von Finanzinformationen im Bereich der Kreditderivate (CDS). Bei den sogenannten «Credit Default Swaps» handelt es sich um Kreditausfallversicherungen.

Mit Kreditausfallversicherungen sichern sich Investoren gegen die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen oder Ländern ab. Mit ihnen kann aber auch auf die Bonität eines Schuldners gewettet und dieser damit in Bedrängnis gebracht werden, was CDS in Verruf gebracht hat. Banken haben als zwischengeschaltete Institutionen den Handel mit diesen Papieren ermöglicht.

Weitere Ermittlungen
Die Kläger machten gelten, sie hätten wegen eines illegalen Kartells Einbusse erlitten, das die besagten Finanzinstitutionen um gewisse CDS aufgebaut hätten. Sie forderten eine Entschädigung mit der Begründung, der CDS-Markt sei klar aufgeteilt gewesen «zwischen denen, die ihn kontrollieren und verzerren, und denjenigen, die sich fügen mussten».

Das US-Justizdepartement (DoJ) und die EU-Kommission führen Ermittlungen gegen die Banken, die Firma Markit sowie die International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Sie gehen dem Vorwurf nach, die Banken hätten gemeinsame Sache gemacht, um einen Wettbewerb auf dem CDS-Markt zu verhindern. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.