Schweizer Retail-Banken leiden unter Tiefzinsphase

Zinsen
(Foto: Fotolia/Eisenhans)

Zürich – Die anhaltende Tief- und Negativzinsphase belastet die Ertragslage von Schweizer Retail-Banken. So ist die durchschnittliche Zinsspanne von Schweizer Retail-Banken seit 2007 um rund einen Drittel von 1,6 auf 1,05 Prozent gesunken, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Strategie- und Managementberatung ZEB zeigt.

Der Unterschied der Zinsspanne zwischen der zehntbesten und der zehntschlechtesten Bank beträgt aktuell 0,4 Prozentpunkte. „Ein Grund für diese hohe Differenz liegt in der unterschiedlichen Zinsrisiko-Positionierung, welche bis zu 0,16 Prozentpunkte, also rund 40 Prozent der Differenz betragen kann“, erläutert Studien-Mitautor Daniel Geissmann.

Genaue Zinsprognosen unmöglich
Im aktuellen makroökonomischen Umfeld sind gemäss ZEB genaue Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Zinsentwicklung unmöglich. Für die Ableitung eines optimalen Zinsrisikoappetits, der ein möglichst hohes und stabiles Zinsergebnis generiert, haben die Spezialisten von ZEB derweil drei Handlungsfelder identifiziert. Erstens dürfe der Zinsfristentransformationsbeitrag nicht isoliert betrachtet werden, da dies zu einseitigen Gestaltungsempfehlungen führt.

Zweitens müssen bei der Szenarien-Analyse die Bilanzstrukturveränderungen berücksichtigt und drittens ein geeigneter Simulationshorizont definiert werden. Die Umsetzung der drei genannten Faktoren stellt gemäss ZEB das Treasury vor neue Herausforderungen, führt aber auch hin zu einer verstärkt strategischen Rolle der Asset-and-Liability-Manager.

So führt die Definition der Zinsrisikostrategie auf Basis verschiedener Szenarien dazu, dass sich die Aufgaben weg von einer Analyse und Bewertung von Marktzinsen hin zur regelmässigen strategischen Analyse der Zinsrisikopositionierung unter Berücksichtigung der vorhergehend genannten Punkte verschieben.

Die damit verbundene höhere Komplexität erfordere allerdings geeignete, leistungsfähige Software, welche die Simulation des periodischen Zinsrisikos unter Berücksichtigung des Konditionenbeitrags erlaubt, so ZEB weiter. (awp/mc/pg)

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