SNB: Konzernverlust von 6,4 Mrd CHF nach neun Monaten

SNB

Bern / Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für die ersten neun Monate 2013 aufgrund eines grossen Bewertungsverlusts auf dem Goldbestand einen Konzernverlust von 6,43 Mrd CHF aus. Nach einem Verlust für das Halbjahr von 7,28 Mrd ergibt dies für das dritte Quartal einen Gewinn von 854 Mio CHF.

Wie die SNB am Donnerstag mitteilte, hat sie auf den Fremdwährungspositionen einen Gewinn von 4,0 Mrd CHF verbucht. Sie nahm über Zinserträge 5,1 Mrd und über Dividenden 1,3 Mrd ein. Derweil sei die Kursentwicklung von Aktien und Obligationen unterschiedlich verlaufen: Auf Zinspapieren und -instrumenten resultierte ein Verlust von 6,8 Mrd, die Beteiligungspapiere brachten einen Gewinn von 9,3 Mrd ein. Wechselkursbedingte Verluste beliefen sich auf 5,0 Mrd.

Bewertungsverlust von 10,7 Mrd CHF auf Goldbestand
Auf dem Goldbestand lastet dagegen ein hoher Bewertungsverlust von 10,7 Mrd CHF. Das Gold wurde Ende September zu 38’563 CHF pro Kilogramm gehandelt, Ende 2012 betrug der Preis 48’815 CHF. Auch auf den Frankenpositionen musste die SNB einen Verlust hinnehmen und zwar von insgesamt 75 Mio CHF. Dieser setzte sich aus Kursverlusten von 125 Mio und Zinserträgen von 60 Mio zusammen.

Derweil hat die SNB das Darlehen für den Stabilisierungsfonds (StabFund), welches das Stammhaus gewährt hatte, am 15. August vollständig getilgt. Die Nationalbank geht nun davon aus, dass die UBS noch im Jahr 2013 die Kaufoption zur Übernahme des StabFund ausüben wird. Über die drei Quartale weist der Fonds einen Gewinn von 981 Mio USD aus und trug 492 Mio CHF zum Konzernergebnis bei.

Bilanzsumme leicht verkleinert
Die Bilanzsumme der Nationalbank hat sich seit Anfang des Jahres bis Ende September auf 501 Mrd von 506 Mrd CHF leicht verkleinert, wobei die Devisenanlagen selbst auf 443 Mrd von 432 Mrd zunahmen.

Die SNB weist wie immer darauf hin, dass das Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen und Kapitalmärkte abhängig ist und entsprechend stark schwanken kann.

Währungsallokation der Devisenreserven im letzten Quartal kaum verändert
Die Währungsallokation der Devisenreserven der SNB hat sich im dritten Quartal 2013 kaum verändert. Der grösste Teil der Devisenreserven wurde per Ende September 2013 mit unverändert 48% weiterhin in Euro gehalten, beim US-Dollar sind es ebenfalls unverändert 27%, wie die SNB am Donnerstag weiter mitteilte.

Bei den übrigen Währungen sind die Anteile gegenüber Mitte Jahr ebenfalls jeweils gleich: sie liegen beim britischen Pfund (GBP) bei 7%, beim japanischen Yen (JPY) bei 9%, beim kanadischen Dollar (CAD) bei 4% und bei den übrigen Währungen (hauptsächlich AUD, SEK, DKK, SGD, KRW) bei 5%.

Nach Anlagekategorien hält die SNB neu 77% in Staatsanleihen (alt: 78%), unverändert 7% in Form anderer Anleihen und 16% (15%) in Form von Aktien. Minim gesunken ist die Qualität der zinstragenden Anlagen. Neu sind 70% der Papiere mit einem AAA-Rating versehen, Ende des zweiten Quartals waren es noch 71% gewesen, dafür ist der Anteil der zweitbesten Kategorie (AA) um 1 Prozentpunkt auf 24% gestiegen. Die übrigen Anlagen (Rating A und tiefer) machen weiterhin 6% aus.

Unverändert ist auch der Anteil der Anlagekategorien bei den Frankenwertschriften. Die SNB hält 35% in Staatsanleihen und 65% in anderen Anleihen. (awp/mc/ps)

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