SNB-Danthine: Mindestkurs bleibt Hauptinstrument

Jean-Pierre Danthine Schweizerische Nationalbank

SNB-Direktionsmitglied Jean-Pierre Danthine. (© SNB)

Zürich – Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist der Mindestkurs zum Euro weiterhin das Hauptinstrument, um die Preisstabilität zu sichern und damit ihren Auftrag zu erfüllen. Er habe das Risiko reduziert, dass es zu deflationären Entwicklungen komme, sagte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine anlässlich einer Rede in Martigny.

Die Erfahrungen seit Ausbruch der Finanzkrise und insbesondere der Mindestkurs zeigten ausserdem, wie wichtig es sei, dass die SNB flexibel reagieren könne. Diesen geldpolitischen Handlungsspielraum würde die Goldinitiative massiv beschneiden, fügte Danthine, der das SNB-Direktorium per Mitte 2015 verlassen wird, an.

Die Schweiz stimmt bekanntlich am 30. November über die Gold-Initiative (offizieller Titel: „Rettet unser Schweizer Gold“) ab. Sie fordert unter anderem, dass die SNB künftig mindestens 20% ihrer Aktiven in Gold halten muss. Die vorhandenen Goldreserven darf die Nationalbank zudem nicht verkaufen.

Haben Zentralbanken zu viel gemacht?
Danthine hat sich in der Rede aber vor allem mit der Frage befasst, ob die Zentralbanken seit Ausbruch der Finanzkrise zu viel gemacht hätten. Die Krise hat laut dem SNB-Mann zwei Mängel in der bisherigen Regulierung zu Tage gefördert: Erstens sei das Augenmerk zu sehr auf Krisenbewältigung und zu wenig auf Krisenverhütung gerichtet gewesen. Und zweitens sei das systemische Risiko, das von ganz grossen oder stark vernetzten Finanzinstituten ausgehen könne, vernachlässigt worden.

Zentralbanken verfügten über Werkzeuge und Kompetenzen, die in diesem Gebiet notwendig seien, so Danthine. Entsprechend hätten sie ihr Mandat im Bereich der Finanzstabilität neu interpretiert. „Zentralbanken sind somit nicht zu aktiv geworden; vielmehr haben sie das getan, was nötig gewesen ist und nötig ist“, kommt Danthine zum Schluss. (awp/mc/ps)

 

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