Devisenbestände der SNB im November nur leicht gestiegen

Schweizerische Nationalbank Bern
SNB-Sitz Bern. (© SNB)

SNB-Sitz Bern. (© SNB)

Zürich / Bern – Der Wert der Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist im November nur leicht gestiegen. Das deutet darauf hin dass es im abgelaufenen Monat nicht oder nur in geringem Umfang zu Interventionen beim Euro-Franken-Kurs gekommen ist.

Per Ende des Berichtsmonats betrug der Wert der Devisenbestände 462,4 Mrd CHF oder rund 1,8 Mrd bzw. 0,4% mehr als Ende Oktober. Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte am Ende des Berichtsmonats 468,9 Mrd nach 467,1 Mrd im Vormonat, wie die SNB am Freitag auf ihrer Homepage mitteilte. Die Devisenbestände werden nach den Standards des Internationalen Währungsfonds (IWF) berechnet.

Der Anstieg kann rein wechselkursbedingt sein. So hat ist der Euro im vergangenen Monat stabil geblieben und der Dollar legte deutlich zu. Der USD/CHF-Durchschnittskurs lag im November bei 0,9526 CHF verglichen mit 0,9354 im Vormonat. Die SNB hält gemäss letzten Angaben von Ende September knapp 45% ihrer Devisenanlagen in Euro und 29% in Dollar.

Mitte November waren angesichts des starken Frankens und der Nähe zur Euro-Untergrenze Spekulationen aufgekommen, die SNB habe im Kampf um den Euro-Mindestkurs erstmals seit September 2012 wieder am Devisenmarkt interveniert. Der Euro notierte damals mehrfach kurzzeitig bei 1,2010 Franken, also bei jenem Kurs, bei dem die SNB 2012 laut Händlern jeweils interveniert hatte.

«Starke Anzeichen»
Zudem stiegen daraufhin die Giroguthaben inländischer Banken bei der SNB zwei Wochen in Folge, nämlich um rund 5,0 Mrd und 4,3 Mrd CHF. Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz für Interventionen am Devisenmarkt. Denn wenn die SNB von Banken Euro kauft, wird der Franken-Gegenwert den Girokonten gutgeschrieben.

Devisenexperten mehrerer Banken hatten von «starken Anzeichen» dafür gesprochen, dass die SNB interveniert habe. Die SNB wollte sich am Freitag weiterhin nicht zu der Frage äussern, ob sie eingeschritten ist.

Der Euro hatte sich gegenüber verschiedenen Währungen abgeschwächt, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober angekündigt hatte, sie wolle weitere Massnahmen zur Lockerung der bereits expansiven Geldpolitik prüfen.

Zudem verfolgten Händler aufmerksam die Abstimmung über die Goldinitiative, welche die SNB in ihrer Geldpolitik und damit im Kampf um den Euro-Mindestkurs eingeschränkt hätte. Nach dem wuchtigen Nein des Stimmvolkes legte der Euro am Montag zunächst auf über 1,2040 CHF zu. Am Freitagvormittag notierte die Gemeinschaftswährung aber wieder tiefer bei aktuell 1,2024 CHF. (awp/mc/upd/ps)

 

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