SNB-Devisenreserven steigen im April um 11 Mrd Franken an

SNB Zürich
SNB-Sitz Zürich. (© SNB)

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Zürich – Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im April um rund 11 Mrd CHF gestiegen. Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 587,6 Mrd CHF, nachdem es Ende März noch (leicht nach oben revidierte) 576,5 Mrd CHF gewesen waren.

Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte am Ende des Berichtsmonats 593,7 Mrd nach 582,6 Mrd CHF im Vormonat, wie die SNB am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.

Die Devisenreserven waren zuletzt meist gestiegen. Im März war etwa war ein Plus von 4,9 Mrd CHF ausgewiesen worden, im Januar eines von 16 Mrd CHF, im November von 11 Mrd und im Oktober von 9,5 Mrd. Einzig im Februar hatte ein leichter Rückgang von knapp 4 Mrd CHF resultiert.

Interventionen wahrscheinlich
Ob und wie stark die SNB im April am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Oft ist die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken ein Hauptgrund für die Veränderungen. Damit ist aber in diesem Monat wenig zu erklären, da sich der Franken sowohl zum US-Dollar wie auch zum Euro (per Saldo) nicht gross bewegt hat (0,96 bzw. knapp 1,10). Mit anderen Worten: Die SNB dürfte im April Devisen dazu gekauft haben, anders ist der Anstieg der Reserven um 11 Mrd CHF kaum zu erklären.

Dass sie vermutlich am Markt interveniert und damit versucht hat, den Franken zu schwächen, zeigt sich aber auch am klaren Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB. Diese legten im April um insgesamt rund 7,5 Mrd CHF zu. Diese Veränderung gilt als starkes Indiz dafür, dass die SNB im Devisenmarkt aktiv war. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben, bei der die SNB gekauft hat.

In Marktkreisen wird vor allem der mögliche Brexit, also der Austritt Grossbritanniens aus der EU, als Grund genannt, warum es zu Kapitalzuflüssen in den Franken gekommen ist, welche die SNB nun zum Handeln veranlasst haben.(awp/mc/pg)

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