SNB hält an Geldpolitik fest – Weiter Mindestkurs bei 1,20

Thomas Jordan

Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (Copyright: SNB)

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer Geldpolitik fest. Sie wird den Mindestkurs von 1,20 CHF pro Euro weiterhin «mit aller Konsequenz durchsetzen» und ist dazu weiterhin bereit, Devisen «in unbeschränkter Höhe» zu kaufen. Der Franken bleibe nach wie vor hoch bewertet.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt unverändert bei rekordtiefen 0%-0,25%. Wenn nötig sei man «bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen», teilten die Währungshüter am Donnerstag mit. Der Zinsentscheid war in dieser Form erwartet worden.

Tiefere Inflationsprognose
Die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank hat sich im Vergleich zum Dezember über den gesamten Prognosezeitraum etwas nach unten verschoben. Für 2013 wird mit einer negativen Jahresteuerung von 0,2% gerechnet, die Dezember hatte auf -0,1% gelautet. Für 2014 prognostiziert die SNB eine Jahresteuerung von +0,2% (alt: +0,4%).

Erstmals wagt die SNB ausserdem eine Inflationsprognose für das Jahr 2015, und zwar sollen es dann +0,7% sein, dies jeweils bei unveränderter Geldpolitik. Dieser Wert liegt weiterhin klar im Rahmen der Preisstabilität, welche die SNB gewährleisten soll. Für die Schweiz liessen sich auf absehbare Zeit weiterhin keine Inflationsgefahren ausmachen, schreibt die SNB.

Die Inflation sei im letzten Jahresviertel 2012 aufgrund der weiter rückläufigen Importteuerung tiefer als erwartet ausgefallen, begründet die SNB ihre tieferen Prognosen. Ausserdem hätten sich die Wirtschaftsaussichten vor allem für die Eurozone noch einmal etwas eingetrübt.

Abwärtsrisiken bleib erheblich
Trotz der deutlichen Entspannung an den internationalen Finanzmärkten habe sich die Weltwirtschaft im vierten Quartal eher schwach entwickelt, so die SNB. In der Schweiz habe sich die Wirtschaftstätigkeit wie erwartet verlangsamt. Obgleich die Beschäftigung anstieg, habe die Arbeitslosenquote erneut leicht zugenommen. Die Prognose der SNB für das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im Jahr 2013 lautet unverändert zur Dezemberprognose auf «1%-1,5%».

Die Abwärtsrisiken für die Schweizer Wirtschaft blieben aber erheblich, mahnt die SNB. So bestehe die Gefahr, dass die Spannungen in der Eurozone wieder zunehmen werden. Auch die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Fiskalpolitik in vielen Industrieländern trübe das Konsum- und Investitionsklima und berge Risiken für das Wachstum. Somit blieben die globale Konjunkturlage und die Stimmung an den Finanzmärkten verletzlich.

Ungleichgewichte auf Hypothekenmarkt ein Risiko
Die Dynamik auf dem schweizerischen Hypothekar- und Immobilienmarkt bleibt im Fokus der Währungshüter. Die Ungleichgewichte hätten ein Ausmass erreicht, das für die Stabilität des Bankensystems und damit für die Schweizer Volkswirtschaft ein Risiko darstelle, heisst es. Die Nationalbank beobachte entsprechend weiterhin aufmerksam, wie sich die Dynamik auf dem schweizerischen Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohneigentum entwickle.

Am 13. Februar 2013 hat der Bundesrat auf Antrag der SNB den antizyklischen Kapitalpuffer aktiviert. Somit müssen die Banken Hypothekarkredite zur Finanzierung von Wohnliegenschaften in der Schweiz ab September mit mehr Eigenkapital unterlegen. Der antizyklische Kapitalpuffer bezweckt, die Widerstandsfähigkeit der Banken zu stärken und Ungleichgewichten auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt entgegenzuwirken. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.