S&P wertet Argentiniens Pläne als „teilweisen Zahlungsausfall“

Argentinien
Blick auf die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. (Photo by Andrea Leopardi on Unsplash)

New York – Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den Daumen über Argentinien gesenkt. Die Kreditbewertung werde mit einem „teilweisen Zahlungsausfall“ eingestuft, teilte S&P in der Nacht zum Freitag mit. Als Grund wurde eine Verzögerung bei der Rückzahlung von Verbindlichkeiten genannt. Darüber hinaus wurde das Langfrist-Rating für Argentinien um gleich drei Stufen von zuvor „B-“ auf „CCC-“ gesenkt.

Das hoch verschuldete südamerikanische Land kämpft derzeit gegen eine erneute Staatspleite und versucht sich mit einer Umschuldung finanziell über Wasser zu halten. Die Regierung Argentiniens habe einseitig die Laufzeit von kurzlaufenden Staatsanleihen verlängert, hiess es in der Mitteilung von S&P. Damit werde die Auszahlung an die Schuldner des Landes verzögert. Das Volumen der von der verzögerten Rückzahlung betroffenen Papiere liege bei über 100 Milliarden US-Dollar.

Verhandlungen mit dem IWF
Argentiniens Finanzminister Hernan Lacunza hatte jüngst Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Fälligkeit von Krediten des Währungsfonds bestätigt. In den Gesprächen soll erreicht werden, dass Argentinien die IWF-Kredite später als bisher vorgesehen zurückzahlen darf.

Peso verliert stark an Wert
Die Finanzkrise in Argentinien setzte die Währung des Landes zuletzt stark unter Druck. Seit Anfang August hat der argentinische Peso im Handel mit dem Dollar etwa ein Viertel an Wert verloren. Dies wird aber auch mit der Furcht der Anleger vor einem Regierungswechsel in Argentinien begründet.

Comeback von Cristina Kirchner?
Bei Vorwahlen für die Präsidentenwahl im Oktober hatte der wirtschaftsliberale Präsident Mauricio Macri eine herbe Niederlage gegen den linken Oppositionskandidaten Alberto Fernandez hinnehmen müssen. Viele Anleger fürchteten einen Wahlsieg von Fernandez und dessen Vizekandidatin, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner. Die ehemalige Staatschefin steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und eine konfliktreiche Beziehung zum IWF. (awp/mc/pg)

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