SGKB verkauft Teile von Hyposwiss – Positiver Gewinnbeitrag ab 2014

Roland Ledergerber

Roland Ledergerber, CEO St. Galler Kantonalbank SGKB.

St.Gallen – Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) fokussiert sich auf ihre Kernmärkte und verkauft in diesem Zusammenhang Geschäftsfelder der Tochter Hyposwiss. Veräussert wird die Hyposwiss Private Bank Genève sowie das Osteuropa- und Lateinamerika-Geschäft. Der Rest der Hyposwiss Privatbank wird in die SGKB integriert und als Private Banking Marktregion Deutschschweiz weitergeführt. Der Markt reagiert wohlwollend auf die Transaktion. Diese lag allerdings bereits in der Luft, hatte das Management doch bereits vor zwei Monaten entsprechende Absichten kundgetan.

«Die Veräusserung von Teilen der Hyposwiss steht weder im Zusammenhang mit der US-Steuerthematik noch hat sie etwas mit der operativen Leistung der Hyposwiss zu tun», stellte Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung, am Donnerstag anlässlich einer Telefonkonferenz, klar. Das US-Geschäft sei nie Zielmarkt der SGKB und der Hyposwiss gewesen und beide hätten nie aktiv US-Kunden akquiriert und auch keine Strukturen oder Steuerberatung angeboten, ergänzte der SGKB-Chef. Über die operative Leistung der Tochter zeigte sich dieser zufrieden.

Verkauf steht nicht im Zusammehang mit US-Thematik
«Der Verkauf erfolgt aufgrund einer Anpassung unserer Strategie», sagte der CEO. Wegen der veränderten Rahmenbedingungen im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft habe es für die SGKB nur zwei Optionen für die Zukunft gegeben: Entweder eine kraftvolle Vorwärtsstrategie mit zusätzlichen Investitionen und Akquisitionen oder die Fokussierung auf den Heimmarkt Ostschweiz und die Schlüsselmärkte Deutschschweiz und Deutschland. Da ersteres mit dem Profil einer lokal verankerten Kantonalbank nicht vereinbar gewesen wäre, entschied sich die Unternehmensleitung für den zweiten Weg.

Verkauft wird deshalb die Hyposwiss Private Bank Genève an die Vermögensverwaltungsgesellschaft Mirelis Invest Trust. Diese werde ihre Genfer Aktivitäten in die Hyposwiss einbringen und unter diesem Namen weiterführen, sagte Ledergerber. Das lateinamerikanische Geschäft geht an die Banque Privée Espirito Santo und das Osteuropa-Geschäft an die Falcon Private Bank in Zürich.

Kein Preis
Über den Verkaufspreis wurde zwischen den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart. Die Bank habe aber einen Verkaufserlös erzielt, sagte Ledergerber. Nach Abzug von Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs-, Migrations- und Transaktionskosten sowie Steuern resultiere netto aber eine einmalige Ergebnisbelastung von 7,0 Mio CHF im laufenden Jahr. 2014 werde sich die Transaktion dann in einem positiven Effekt von rund 19 Mio auf den Reingewinn niederschlagen.

«Insgesamt trennen wir uns von etwa 4,3 Mrd der von Hyposwiss verwalteten Vermögen von insgesamt 9 Mrd CHF», sagte der CEO. Der Personalbestand werde sich um etwa 140 auf 930 Stellen verringern, wobei es nur zu einem Abbau von 25 Stellen durch die Bündelung der Aufgaben im Corporate Center und Service Center kommen werde. Aufgrund der natürlichen Fluktuation und Frühpensionierungen hofft Ledergerber, die Transaktion aber ohne Entlassungen abschliessen zu können.

Niederlassung Portugal wird behalten
Behalten wird die SGKB, wie erwähnt, das Private Banking Deutschschweiz der Hyposwiss sowie das Investment Center. Auch die Niederlassung in Portugal wird neben München als zweites Standbein der Bank in Europa nicht aufgegeben. Die iberische Halbinsel sei zwar kein Kernmarkt der Bank, doch arbeite diese Einheit hoch profitabel und verzeichne ein erfreuliches Wachstum, ergänzte der CEO. Ausserdem wolle man sich Portugal als strategische Option offen lassen.

Mit der Ankündigung der Strategieanpassung gab Ledergeber auch einen Einblick in den Geschäftsverlauf 2013. Die ersten fünf Monaten hätten sich operativ erfreulich entwickelt, sagte er. Bei einem um 3% höheren Betriebsertrag und bei 1% tieferen Kosten sei der Bruttogewinn gegenüber dem Vorjahr um 7% gestiegen. Auf Grund dieser Entwicklung rechnet er für das Gesamtjahr mit einem Gewinn in der Höhe des Vorjahres.

Lob von Analystenseite
Analysten bezeichneten den Verkauf als strategisch sinnvoll. Die Aktien reagierten mit Kursgewinnen auf die Ankündigung. Bis Börsenschluss gewannen die SGKB-Valoren 5,0% hinzu. Der Gesamtmarkt (SPI) legte derweilen um 1,46% zu. (awp/mc/upd/ps)

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