Standard & Poor’s senkt Kreditwürdigkeit spanischer Banken

Standard & Poor's S&P

London – Wenige Tage nach der Abwertung der Kreditwürdigkeit Spaniens hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) auch einige Banken des Landes herabgestuft. Zu den betroffenen Instituten zählen die Branchengrössen Santander und BBVA, wie S&P am Dienstag mitteilte. Die beiden Banken hatten dank ihres stabilen Auslandsgeschäfts die Probleme auf dem Heimatmarkt bislang vergleichsweise gut weggesteckt, mussten aber zuletzt wegen der Immobilienkrise viel Geld zurücklegen.

S&P wertete sie nun wie zuvor den spanischen Staat um zwei Stufen ab. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt damit, dass das Risiko für die Banken von der Lage Spaniens abhänge. Eine deutlich höhere Bewertung für die Banken als für den Staat sei nicht gerechtfertigt. Die Bonitätsnote des Landes hatte S&P in der vergangenen Woche von «BBB+» auf «BBB-» reduziert. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Der Ausblick bleibt zudem negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Santander und BBVA noch knapp über Ramschniveau
Santander notiert nun noch bei «BBB» – zwei Stufen über Ramschniveau. BBVA steht bei «BBB-» und damit nur noch eine Stufe vor dem Abstieg in die Kategorie der spekulativen Anlagen. Der Ausblick ist bei beiden negativ. Weitere neun Banken mussten ebenfalls Federn lassen.

Abstufung überrascht nicht
Eine Überraschung ist die Abwertung der Banken nicht. Die Ratingagenturen hatten in der Schuldenkrise nach einer Abstufung der Kreditwürdigkeit eines Staates auch immer kurze Zeit später den Daumen über den Banken des Landes gesenkt. Ein schwächeres Rating führt in der Regel dazu, dass die Zinsen für geliehenes Geld steigen. (awp/mc/ps)

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