Streit im Übernahmeringen: Commerzbank kontert Unicredit

Streit im Übernahmeringen: Commerzbank kontert Unicredit
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Copyright: Commerzbank AG)

Frankfurt – Grossinvestoren haben der Commerzbank nach deren Angaben im Übernahmeringen mit der Unicredit die Treue gehalten. Die Frankfurter Bank betonte, ihre Aktionärsstruktur sei trotz der laufenden Übernahmeofferte «weitgehend unverändert».

Bislang hätten Grossinvestoren wie Fonds nur etwas mehr als ein Prozent der Commerzbank-Aktien der italienischen Grossbank angedient; rund 0,05 Prozent der angedienten Aktien entfalle auf Privatanleger, der Rest stamme von Banken.

«Der verbleibende Streubesitz verteilt sich auf mehrere hundert institutionelle Investoren sowie mehr als 500.000 Privatanleger», hiess es in einer Mitteilung der Commerzbank, die damit «widersprüchlichen Aussagen» der Unicredit entgegentreten wolle. Deren Chef Andrea Orcel hatte zuletzt gesagt, dass fast alle aktiven Grossinvestoren ihre Commerzbank-Aktien verkauft oder angedient hätten.

Positionen irreführend aufgebläht?
Insgesamt war das Tauschangebot der Unicredit für die Commerzbank innerhalb der regulären Übernahmefrist für 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen worden, zuletzt wurde die Frist bis 3. Juli verlängert.

Die Commerzbank verdächtigt die Unicredit, ihre Aktienposition künstlich aufzublähen, um den Eindruck zu erwecken, die Übernahme schreite schnell voran. Nach Einschätzung der Frankfurter stammen die angedienten Aktien überwiegend von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Aktionären. Die Unicredit wies die Vorwürfe wiederholt zurück.

Die Commerzbank rät ihren Aktionären davon ab, das Umtauschangebot anzunehmen, da es keine angemessene Prämie enthalte. Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Die Kritik der Commerzbank lenke vom Sinn der Übernahme ab, argumentierte die Unicredit: dem Schmieden einer europäischen Grossbank im Wettlauf mit grossen US-Häusern. In Deutschland ist die Unicredit bereits mit der Hypovereinsbank aktiv. Sie sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. (awp/mc/ps)

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