Stürme und Erdbeben belasten Star-Investor Buffett

Warren Buffett
Investorenlegende Warren Buffett.

Omaha – Naturkatastrophen haben Berkshire Hathaway einen Strich durch das Versicherungsgeschäft gemacht und einen Gewinneinbruch im dritten Quartal eingebrockt. Verglichen mit dem Vorjahreswert fiel der Überschuss um 43 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar (3,5 Mrd Euro), wie die Beteiligungsgesellschaft von Star-Investor Warren Buffett am Freitag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der operative Gewinn sank um 29 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

Schuld an dem starken Rückgang war ein operatives Minus von 1,4 Milliarden Dollar im Versicherungsgeschäft. Die Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria und das verheerende Erdbeben in Mexiko hinterliessen tiefe Spuren. Die Sparte, zu der etwa der Rückversicherer Gen Re und der Autoversicherer Geico gehören, hatte im Vorjahreszeitraum noch 272 Millionen Dollar zum Gewinn beigesteuert.

Satt gefüllte Kriegskasse
Trotz des durchwachsenen Quartals schwellen die Barreserven von Berkshire Hathaway immer weiter an. Im Berichtszeitraum hatte Buffetts Gesellschaft erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Damit steht Buffett enorm viel Geld für Übernahmen zur Verfügung. Das erhöht allerdings auch den Druck auf die 87-jährige Investorenlegende, weitere Deals einzufädeln.

Zuletzt hatte Buffett lediglich durch kleinere Transaktionen Schlagzeilen gemacht. Im vergangenen Monat kündigte Berkshire Hathaway den Einstieg bei der Raststättenkette Flying J an, wo Buffetts Anteil bis im Jahr 2023 auf 80 Prozent steigen soll. Zuvor war der Versuch gescheitert, für neun Milliarden Dollar einen texanischen Stromversorger zu übernehmen.

Hohe Cash-Vorräte als Bürde
Da Berkshire Hathaway keine Dividende zahlt und nur selten eigene Aktien zurückkauft, sind die hohen Cash-Vorräte eine Bürde. Buffett selbst bevorzugt einen viel geringeren Liquiditätspuffer. Unter Analysten wird deshalb schon lange auf das nächste grosse Ding des wegen seines Gespürs für Finanzgeschäfte «das Orakel von Omaha» genannten Börsen-Gurus spekuliert.

Zu Berkshire Hathaway gehören an die 90 Firmen – von Versicherern, Einzelhandelsgrössen und Autohäusern bis hin zu Zeitungen und einer Frachteisenbahn. Zudem hält Buffetts Konglomerat grosse Aktienanteile an diversen börsennotierten Konzernen wie Apple , Coca-Cola , Goldman Sachs oder Kraft Heinz . Buffett führt die Gesellschaft seit über einem halben Jahrhundert. Die Anteilsscheine von Berkshire Hathaway sind schon lange mit grossem Abstand die teuersten Aktien der Welt. (awp/mc/ps)

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