Swiss Life baut das Fee-Geschäft weiter aus

Swiss Life baut das Fee-Geschäft weiter aus
Patrick Frost, CEO Swiss Life. (Bild: Swiss Life)

Zürich – Die Swiss Life kommt auf dem vor Jahren eingeschlagenen Weg hin zu einem ausgewogenen Geschäftsmix zwischen Gebühreneinnahmen und traditionellen Lebensversicherungen Schritt für Schritt voran. Der Ausbau von Finanzberatungen oder der Vermögensverwaltung hat sich im ersten Halbjahr 2022 erneut ausbezahlt.

Der Finanzkonzern steigerte die Ergebnisse, obwohl das Börsenumfeld nicht gerade gut war. Der bereinigte Betriebsgewinn zog laut Communiqué vom Mittwoch um 6 Prozent auf 922 Millionen Franken an, während unter dem Strich ein um 4 Prozent höherer Reingewinn von 642 Millionen Franken verblieb.

Dabei nimmt das auf Gebühreneinnahmen basierende Geschäft einen immer wichtigeren Stellenwert ein: Das sogenannte Fee-Geschäft trug in der ersten Jahreshälfte mit 349 Millionen Franken (+17%) über einen Drittel zum Betriebsergebnis bei. Vor einigen Jahren war der Anteil weitaus kleiner.

Fee-Erträge wachsen
Wichtigster Treiber des Fee-Geschäfts ist die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Banken – die Swiss Life Asset Managers. Sie zogen von Drittkunden weitere 3 Milliarden Franken Neugelder an, was die Erträge sprudeln lässt. Die gingen im ersten Halbjahr auch dank Zukäufen um 23 Prozent in die Höhe.

Stark steigende Gebühreneinnahmen sind zudem in den Auslandmärkten Frankreich (in LW +15%) und Deutschland (+9%) die Regel. Während in Frankreich vor allem die Verkäufe von anlagegebundenen Produkten der Grund dafür sind, wächst die Gruppe in Deutschland mit Finanzberatungen Jahr für Jahr.

Vorsicht im BVG-Geschäft
Der Heimmarkt Schweiz bleibt vom Lebensversicherungsgeschäft geprägt, wobei der Konzern vor allem aus Renditeüberlegungen bei Angeboten mit Zinsgarantien Vorsicht walten lässt. In der Berichtsperiode verharrte das Prämienvolumen in der Schweiz auf 5,9 Milliarden Franken. Zuletzt waren noch Rückgänge an der Tagesordnung.

Die derzeit steigenden Zinsen wirken sich laut Konzernchef Patrick Frost positiv auf das Neugeschäft mit traditionellen Produkten aus. «Wir sind froh, haben wir in der beruflichen Vorsorge am Vollversicherungsangebot festgehalten», sagte er an einer Telefonkonferenz.

Konkurrent Axa hatte sich vor drei Jahren aus dem BVG-Angebot mit Rundumschutz für Firmen zurückgezogen und sich auf teilautonome Stiftungen fokussiert, wo die Unternehmen Anlagerisiken mittragen. Auch bei der Swiss Life wächst dieser Bereich: Im laufenden Jahr wuchsen die dort verwalteten Vermögen um 0,4 auf 6,0 Milliarden Franken.

Start geglückt
Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigten, dass die Gruppe mit der Umsetzung des Unternehmensprogramms «Swiss Life 2024» gut gestartet sei, sagte Frost weiter. Dank höherer Zinsen und einem verbesserten Geschäftsmix stieg auch die im Neugeschäft erzielte Marge auf 3,8 von zuvor 3,1 Prozent.

Der Zinsanstieg liess zugleich das Eigenkapital um gut einen Drittel auf 10,1 Milliarden Franken wegschmelzen. Grund sind nicht realisierte Verluste auf Anlagen in der Bilanz, die an Wert verlieren. Der Konzern bleibt aber mit einer SST-Solvenzquote von rund 215 Prozent solide kapitalisiert.

Entwarnung gab Frost hinsichtlich des grossen Immobilienportfolios der Swiss Life. Das sei auch in Zeiten steigender Zinsen robust, sagte er. Schliesslich sei ein Grossteil der Mieten an die Inflations- und Zinstrends gekoppelt und beinahe 80 Prozent der Immobilien lägen in der Schweiz, einem soliden Immobilienmarkt. (awp/mc/pg)

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