Swiss Life: Betriebsgewinn um 17% gesteigert

Bruno Pfister
Bruno Pfister, designierter VR-Präsident Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG. (Copyright: Swiss Life Holding)

Bruno Pfister, CEO Swiss Life Holding (Copyright: Swiss Life Holding)

Zürich – Die Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2012 den Gewinn vor Sondereffekten und den Betriebsgewinn deutlich gesteigert. Ausschlaggebend waren operative Verbesserungen und vor allem Umschichtungen auf der Anlageseite. Dabei hat Swiss Life Euro-Staatsanleihen verkauft, die frei gewordenen Mittel überwiegend in US-Staatsanleihen angelegt und so die Anlagerisiken in der Bilanz gesenkt.

Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Gruppengewinn stieg im Halbjahr um 15% auf 369 Mio CHF. In dieser Betrachtung wurden im laufenden Jahr Rückstellungen für Rechtsfälle der Tochter AWD von netto 8 Mio nicht berücksichtigt. Ausserdem sind im Ergebnis des Vorjahres ein positiver steuerlicher Einmaleffekt von 89 Mio, positive Währungseffekte von 5 Mio sowie eine Wertberichtigung auf der Beteiligung des Finanzdienstleisters MLP, die das Ergebnis mit 13 Mio belastet hatte, ausgeklammert worden.

Unbereinigt ging der Reingewinn im ersten Halbjahr auf 361 Mio CHF nach 403 Mio im Vorjahr zurück. Der Betriebsgewinn stieg derweil um 17% auf 528 Mio und das Geschäftsvolumen belief sich auf 9,84 Mrd nach 10,10 Mrd, wie der Lebensversicherer am Freitag mitteilt. Währungsbereinigt wuchs das Volumen um 1%. Swiss Life sei im Halbjahr trotz historisch tiefen Zinsen sowie den anhaltend volatilen Märkten erfolgreich gewesen, wird CEO Bruno Pfister in der Mitteilung zitiert. Ein Beweis dafür sei das in der Widerstandsfähigkeit gestärkte Geschäftsmodell.

Solider Heimmarkt
Im Heimmarkt Schweiz wuchsen die Bruttoprämien und Policengebühren um 2% auf 5,74 Mrd CHF. Das Segmentsergebnis erhöhte sich sogar um 17% auf 341 Mio. Dies sei dem guten Risikoresultat und dem ausserordentlich starken Anlageergebnis zuzuschreiben, hiess es. Während das Neugeschäftsvolumen um 22% wuchs ging die Neugeschäftsmarge um 0,5 Prozentpunkte auf 0,7% zurück.

In Frankreich gingen die Einnahmen um 4% zurück auf 1,76 Mrd CHF bei einem um 14% auf 66 Mio verbesserten Ergebnis. Gut habe sich die Ertragslage im Lebengeschäft aber auch in der Kranken-, Sach- und Haftpflichtversicherung entwickelt. Die Bruttoprämien in Deutschland sanken um 3% auf 668 Mio, während das gute Anlageresultat zu einem um 16% gesteigerten Ergebnis von 36 Mio führte.

In der Sparte International mit dem Geschäft mit wohlhabenden Kunden (Private Placement Life Insurance – PPLI) als wichtigsten Teil wuchs das Volumen nach zuletzt deutlichen Rückgängen um 5% auf 1,21 Mrd CHF. Der Verlust belief sich auf 3 Mio.

Beim AWD führten die Rückstellungen für Rechtsfälle zu einem Rückgang des EBIT um 40% auf 13,1 Mio EUR. Ohne die Sondereffekte wäre der EBIT um 3% auf 22,4 Mio gestiegen. Für die weitere Entwicklung des AWD zeigte sich Swiss-Life-CEO Pfister zuversichtlich, allerdings schloss er weitere Rückstellungen für Rechtsfälle nicht aus.

Gesteigertes Anlageergebnis
Anlageseitig erzielte Swiss Life auf den auf eigenes Risiko gehaltenen Investments deutlich höhere Nettokapitalerträge von 3,2 Mrd CHF nach 2,1 Mrd im Vorjahr. Dank Gewinnrealisierungen und unter Berücksichtigung nicht-realisierter Erfolge stieg die Gesamtanlagerendite auf 4,2% nach 1,1%. Die Anlagerendite aus den direkten Kapitalerträgen blieb in einem rückläufigen Zinsumfeld mit 1,8% auf Vorjahreshöhe.

Im Rahmen der Umschichtungen im Obligationen-Portefeuille verkaufte die Swiss Life in den Monaten Mai und Juni Euro-Staatsanleihen zu einem «fair value» von 7,5 Mrd CHF, was zu einem realisierten Gewinn von rund 0,9 Mrd geführt hat. Derzeit beträgt der Anteil der Euro-Anlagen in Staatsanleihen von Ländern, die unter Beobachtung stehen weniger als 0,4% der Gesamtanlagen.

Solide Bilanz
In der Bilanz stieg das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital per Ende Juni auf 9,88 Mrd CHF nach 9,16 Mrd Ende Jahr. Die Eigenkapitalrendite lag bereinigt mit 7,7% unter der Zielvorgabe von 10% und auch die auf Gruppenebene angestrebte Neugeschäftsmarge von 2,2% scheint im aktuellen Umfeld schwer erreichbar. Sie sank auf 1,0% nach 1,6% im Vorjahr.

Die Gruppensolvabilität erhöhte sich derweil auf 224% von 213% und der SST-Quotient bewegt sich nach dem internen Modell weiterhin im «Grünen Bereich».

Einen neuen Geschäftsplan will das Management am Investorentag im November der Öffentlichkeit vorstellen. Im Fokus der Strategiearbeiten stehe auf Gruppenebene die Diversifikation der Ertragsquellen durch mehr Fee Business und Risikogeschäft, sagte Pfister an einer Telefonkonferenz. Dabei spiele auch der AWD eine wichtige Rolle. (awp/mc/upd/ps)

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