Swiss Life steigert das Volumen

Patrick Frost
Patrick Frost, CEO Swiss Life. (Foto: Swiss Life)

Zürich – Die Swiss Life wächst und tut dies in Zeiten anhaltend tiefer Zinsen in erster Linie mit Geschäft, das weniger Kapital bindet. Deutlich zulegen konnte der grösste Schweizer Lebensversicherer im Asset Management und im französischen Markt. Dagegen stehen traditionelle Lebensversicherungen mit hohen Kapitalgarantien sowie die Vollversicherungslösung für KMU seit längerem nicht mehr im Fokus.

Die verbuchten Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltenen Einlagen der Swiss Life stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres um 7 Prozent auf 6,99 Milliarden Franken. In Lokalwährungen gerechnet wuchsen sie um 4 Prozent, wie die Swiss Life am Dienstag mitteilte. Mit den Angaben zum Prämienvolumen übertraf die Gruppe die Analystenvorgaben, die sich im Bereich von 6,6 bis 6,8 Milliarden bewegten.

Geschäft in Frankreich wächst
Stark wuchs die Swiss Life im Lebensgeschäft Frankreich (+17% in Lokalwährungen) und im Segment International (+18%), wo vermögende Kunden zum Stamm zählen. In Deutschland und im Heimmarkt Schweiz legt die Gruppe den Fokus auf Kapitaleffizienz und trat, gemessen am Volumen, auf der Stelle.

Auf die Bremse trat Swiss Life zuletzt im Geschäft mit Vollversicherungen, das vor allem KMU in der beruflichen Vorsorge einen Rundumschutz bietet. Der nach Swiss Life zweitgrösste Anbieter von Vollversicherungen, die Axa, hatte unlängst gar angekündigt, ab 2019 keine Vollversicherungen mehr anzubieten.

Die Fee-Erträge der Swiss Life nahmen um hohe 16 Prozent auf 395 Millionen Franken zu; in Lokalwährungen belief sich das Plus auf immerhin noch 9 Prozent. Dieses Geschäft mit Anlageberatungen, fondsgebundenen Produkten oder mit Immobilien forciert die Swiss Life seit einigen Jahren, da es weniger stark von der Zinsentwicklung beeinflusst wird und daher mit weniger Kapital unterlegt werden muss.

Weitere Neugelder
Angetrieben wurde das gebührenbasierte Geschäft vom Erfolg der Swiss Life Asset Managers. Da gelang es, bei Drittkunden Neugelder von netto 2,4 Milliarden Franken anzuziehen. Die verwalteten Vermögen externer Kunden nahmen so seit Jahresbeginn um 2,2 auf 63,6 Milliarden zu und die Fee-Erträge wuchsen um 11 Prozent.

Auch im Fee-Geschäft wusste die Swiss Life in Frankreich mit einem Wachstum von 6 Prozent zu überzeugen. Vor allem der Verkauf von fondsgebundenen Produkten bleibt in der «Grande Nation» von Erfolg gekrönt. Bereits im vergangenen Jahr legte die Swiss Life in diesem Geschäft deutlich zu.

Aber auch in Deutschland (+16%) verbuchte die Gruppe mit Unterstützung der eigenen Beraterkanäle, etwa dem früheren AWD und heutigen Swiss Life Select, ein starkes Wachstum. Und in der Schweiz stiegen die Fee-Erträge um 5 Prozent an.

Mit den Kapitalanlagen erzielte Swiss Life Erträge im Umfang von 1,04 Milliarden Franken und liegt damit leicht über Vorjahr. Die direkte Anlagerendite (nicht annualisiert) wird mit unverändert 0,7 Prozent angegeben, während die Nettoanlagerendite vor allem dank Gewinnen aus Absicherungsgeschäften auf 1,0 von zuvor 0,5 Prozent angestiegen ist.

Mit Strategie auf Kurs
Mit dem für drei Jahre aufgestellten Programm «Swiss Life 2018» sieht sich der Versicherer auf Kurs. «Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet. Die Ergebnisse des ersten Quartals stimmen uns zuversichtlich, dass wir alle unsere Ziele aus dem Unternehmensprogramm ‹Swiss Life 2018› erreichen oder übertreffen werden», wird CEO Patrick Frost in der Mitteilung zitiert.

Geplant sind Einsparungen von 100 Millionen, zudem wird eine Eigenkapitalrendite im Bereich von 8 bis 10 Prozent angestrebt. Neue Geschäftsziele sollen dann im Herbst anlässlich des Investorentags vorgestellt werden.

Mit den Wachstumszahlen des ersten Quartals hat die Swiss Life die Vorgaben der Analysten übertroffen. Und so überrascht es nicht, dass die Aktie am Dienstag in einem nachgebenden Gesamtmarkt (SMI -0,4%) um 0,8 Prozent zulegen konnte. Besonders das Wachstum der Fee-Erträge überzeuge und nähre die Hoffnung auf künftig weiter steigende Dividenden, meinen Analysten. (awp/mc/ps)

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