Swiss Re-CEO sieht gutes Renditepotenzial im Lebensversicherungs-Geschäft

Michel M. Liès
Michel M. Liès. (Foto: zvg)

Michel M. Liès, CEO Swiss Re. (Copyright: Swiss Re)

Zürich – Der Rückversicherer Swiss Re sieht im Geschäft mit der Abwicklung von Altbeständen im Bereich Lebensversicherungen gutes Renditepotenzial. «Wir haben auf unserem Investorentag von einer Rendite von 6% bis 8% gesprochen. Das gilt nur für die erste Zeit, wenn hohe Investitionen anfallen, die bei der Rechnungslegung nach US-GAAP berücksichtigt werden müssen», sagte CEO Michel Liès in einem Interview mit der deutschen Wirtschaftszeitung «Handelsblatt» auf die Fragen nach den Aussichten und Plänen im Zusammenhang mit den Lebensversicherungen.

«Die Gewinne erzielt man jedoch erst später. Im Laufe der Zeit erwarten wir wesentlich höhere Renditen von 10% bis 12%», fügte er an. «Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Geschäft mit Lebensversicherungen fast schon vor goldenen Zeiten steht.» Dass Swiss Re direkt ins Endkundengeschäft einsteigt, schliesst Liès indes weiterhin aus. «Wir werden nie in den Privatkundenmarkt direkt einsteigen.»

Auf die Frage, ob Swiss Re «prinzipiell Interesse» hätte an internationalen Lebensversicherungsbeständen der Allianz-Versicherung, welche diese unter Umständen verkaufen wolle, meinte Liès: «Natürlich».

Die Frage nach seiner Einschätzung der eingeleiteten Zinswende in den USA beantwortet er folgendermassen: «Das ist eine gute Nachricht. Denn durch die Nullzinspolitik der Notenbanken sind allein den Sparern in den USA im Zeitraum zwischen 2008 und 2013 470 Mrd USD an Zinseinnahmen entgangen. Die Geldpolitik hat damit einen Transfer von Sparern hin zu Kreditnehmern vorgenommen.»

Vorsorgesparen wird wieder attraktiver
«Es ist gut, wenn diese schleichende Enteignung nun bald ein Ende hat und Vorsorgesparen wieder attraktiver wird», so Liès. «Ich finde grundsätzlich, dass wir zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren sollten. Auch in Europa sollte die Nullzinspolitik zu einem baldigen Ende kommen», fügte er mit Blick auf Europa an, wollte damit aber EZB-Chef Draghi keinen Rat gegeben haben.

Die Hauptfrage in diesem Zusammenhang sei, ob jetzt nach dem ersten Zinsschritt in den USA die nächsten zwölf Monate gar nichts mehr passiere, oder der Schritt der Fed der Beginn einer graduellen Normalisierung sei, bei der die Zinsen in den nächsten ein bis zwei Jahren schrittweise erhöht werden. «Ich bin der Meinung, dass jetzt der Moment gekommen ist, einen Normalisierungsprozess einzuleiten und nicht nur alle zwölf Monate die Zinsen ein bisschen zu erhöhen. Und das gilt auch für Europa. Denn die Nullzinsen sorgen für Verzerrungen.» (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.