Swiss Re steigert Ertragskraft und erhält neuen CEO

Christian Mumenthaler
Christian Mumenthaler, CEO Swiss Re. (Foto: Swiss Re)

Christian Mumenthaler wird neuer Konzernchef. (Foto: Swiss Re)

Zürich – Der Rückversicherer Swiss Re hat 2015 in einem von Preisdruck und tiefen Zinsen geprägten Marktumfeld die Ertragskraft gesteigert. Das Sach- und Haftpflichtgeschäft profitierte von einer erneut geringen Schadenbelastung, während die Lebensparte den Weg zurück in die Gewinnzone schaffte. Christian Mumenthaler übernimmt im Juli die Leitung einer solide kapitalisierten Gruppe, doch die Suche nach profitablem Wachstum dürfte sich auch für ihn schwierig gestalten.

«Ich bekenne mich zur Unternehmenskultur der Swiss Re und möchte die Geschichte und Tradition des Unternehmens als CEO fortsetzen», sagte ein stolzer Mumenthaler am Dienstag vor den Medien. Er löst Michel Liès ab, der nach 35 Jahren bei der Swiss Re in den Ruhestand tritt. Liès habe den Konzern in der Strategieperiode 2011-15 weiter vorangebracht und übergebe ein «sehr gut» aufgestelltes Unternehmen, würdigte VR-Präsident Walter Kielholz dessen Arbeit.

Als Bestätigung dafür zeugt auch das Jahr 2015, in dem die Swiss Re den Gewinn um über eine Milliarde auf 4,60 Mrd USD steigerte und mit einer Eigenkapitalrendite von 13,7% das gesetzte Ziel (Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen plus 700 Basispunkte) mit über fünf Prozentpunkten übertraf. Ab 2016 werden neu zehnjährigen Staatspapiere als Benchmark herangezogen, womit die Latte etwas höher liegt.

Lebengeschäft mit Gewinn
Mit ein Grund der zum Gewinnanstieg führte, findet man in der L&H Re, wo Sonderfaktoren 2014 zu einem Verlust von 462 Mio USD führten. 2015 fand das Lebengeschäft mit 939 Mio den Weg zurück in die Gewinnzone, unter anderem dank geringerer Zinskosten und realisierter Anlagegewinne.

Im P&C Re-Geschäft verschlechterte sich, bzw. sank, die Combined Ratio um 2,3 Prozentpunkte auf 86,0%, lag damit aber immer noch um beinahe 9 Punkte unter dem Wert, welcher in einem durchschnittlichen Schadenjahr resultiert hätte. Für frühere Jahre löste Swiss Re Reserven von 781 Mio USD auf. Der Gewinn verringerte sich gegenüber dem sehr guten Vorjahr dennoch um eine halbe Milliarde auf 3,0 Mrd.

In der Sparte Corporate Solutions kletterte das Ergebnis dagegen um 6,6% auf 340 Mio und die Sparte Admin Re, die ab diesem Jahr mit der Integration der britischen Guardian Financial Services neu Life Capital heisst, verbesserte sich auf 422 Mio (VJ 34 Mio). Hier wurde das Ergebnis im Vorjahr von einem Veräusserungsverlust belastet.

Weiterer Aktienrückkauf
Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Swiss Re eine Rendite von 3,5% nach 3,7% im Vorjahr, wobei der Verkauf von Staatsanleihen und Aktienanlagen stützten. Derweil sieht sich die Gruppe einer SST-Ratio von rund 205% per Ende 2015 gut kapitalisiert.

CFO David Cole wiederholte das Versprechen, überschüssiges Kapital entweder gewinnbringend in Wachstum zu investieren oder an die Aktionäre zurückzuführen. Seit November tut man dies über ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 1 Mrd CHF und an der kommenden GV wird den Aktionären ein weiterer Rückkauf im gleichen Umfang vorgeschlagen. Die ordentliche Dividende wurde indessen um 35 Rappen auf 4,60 CHF angehoben.

Volumenplus bei Renewals
Profitabel zu wachsen gestaltet sich in dem von Preisdruck geprägten Umfeld nach wie vor schwierig. Die verdienten Prämien gingen um knapp 2% auf 30,2 Mrd USD zurück, immerhin resultierte währungsbereinigt ein Plus von 4%. P&C Re legte bereinigt um 0,5 Mrd USD zu und L&H Re wuchs um 6%.

Das Wachstum von Corporate Solutions kam mit einem Plus von 1,7% ins Stocken und es wird wie bei Admin Re nach weiteren Übernahmemöglichkeiten gesucht.

Mit den Ergebnissen der Januar-Erneuerungsrunde zeigt sich der Rückversicherer zufrieden. Das Volumen des zu erneuernden Geschäfts nahm um 3% auf 8,8 Mrd USD zu. Die Preisqualität habe zwar um 3 Prozentpunkte auf 102% abgenommen, entspreche aber immer noch den internen Vorgaben für eine gute Rendite, versicherte Cole.

An der Börse verloren Swiss Re am Dienstag bis Handelsschluss 3,7% während auch der Gesamtmarkt (SMI: -1,9%) ebenfalls nachgab. Analysten bezeichneten die Resultate als solide und begrüssen den neuen Aktienrückkauf. Allerdings könnten Anleger auf eine etwas höhere Dividende gehofft haben, so Händler. (awp/mc/pg)

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