UBS in Q4 mit Gewinn von knapp 1 Mrd Franken

Sergio Ermotti
UBS-CEO Sergio Ermotti. (Foto: UBS)

UBS-CEO Sergio Ermotti. (Foto: UBS)

Zürich – Die UBS hat im vierten Quartal 2015 in einem volatilen Finanzmarktumfeld gegen eine Milliarde Gewinn erzielt. Wie fast immer ist das Ergebnis stark von Spezialfaktoren geprägt, wobei hohe Steuergutschriften weiteren Rückstellungen für Rechtsfälle und sonstigen Aufwendungen gegenüberstehen. Wegen der hohen Steuergutschriften für das Gesamtjahr fällt die Gesamtdividende auch etwas höher aus als im Vorjahr. Trotzdem sind Investoren überhaupt nicht zufrieden mit dem Resultat und schicken die Aktie auf Talfahrt.

Der Reingewinn auf Gruppenstufe erreichte im Berichtsquartal 949 Mio CHF. Zwar war er deutlich geringer als im Vorjahr, aber übertraf trotzdem die Schätzungen. Das Ergebnis enthält u.a. eine Nettosteuergutschrift von 715 Mio, neue Rückstellungen für Rechtsfälle von insgesamt 365 Mio oder einen Aufwand von 257 Mio für einen Schuldenrückkauf. Beim Gewinn vor Steuern musste die Bank einen Rückgang um 70% auf 234 Mio CHF hinnehmen. Dieser sei hauptsächlich auf den gesunkenen Geschäftsertrag zurückzuführen, hiess es, wobei vor allem das Zinsen- und Handelsgeschäft und der übrige Erfolg für das Minus verantwortlich waren. Ausserdem nahm der Geschäftsaufwand gemäss UBS deutlich zu.

Verhaltene Kundenaktivität und ausgeprägte Risikoaversion
Das Management unter Sergio Ermotti sprach vor den Medien und Investoren in Zürich von einer sehr verhaltenen Kundenaktivität und einer ausgeprägten Risikoaversion der Kunden. Diese seien in der aktuell volatilen Situation verunsichert und würden grosse Teile ihres Vermögens in Cash halten. Das führte schliesslich dazu, dass die operativen Resultate in den wichtigen Divisionen Wealth Management, Wealth Management Americas und Investment Banking (IB) deutlich unter den Erwartungen der Investoren ausfielen.

Abflüsse im Wealth Management
Das Wealth Management (WM) musste die UBS ausserdem einen Abfluss von Nettoneugeldern von 3,4 Mrd CHF hinnehmen. Dies wurde mit dem «spürbaren Abbau» von Verbindlichkeiten durch Kunden, Abflüssen im grenzüberschreitenden Geschäft sowie einer «disziplinierten Bilanzbewirtschaftung» begründet. Dieser Abfluss wurde allerdings kompensiert durch Neugelder bei der Einheit WM Americas mit einem Nettozufluss von 16,8 Mrd USD.

CEO Sergio Ermotti erwiderte auf kritische Fragen: «Es wäre ein leichtes gewesen, höhere Werte auszuweisen. Wir haben aber bewusst darauf verzichtet, mehr Risiken einzugehen oder nicht profitable Neugelder in die Bank zu holen, um saisonale Effekte und schwierige Marktbedingungen auszugleichen.»

Weitere Fortschritte bei der Kapitalausstattung
In Sachen Kostensenkung sieht sie sich die Bank mit einer Nettoreduktion um 1,1 Mrd CHF bis Ende 2015 auf Kurs, auch wenn der Abbau wegen einer erhöhten Geschäfts-Nachfrage und zusätzlichem Regulierungsaufwand verzögert worden sei. «Wir sind sehr zuversichtlich, den Zielwert von 2,1 Mrd bis 2017 zu erreichen», sagte der neue CFO Kirt Gardner. Kostenreduktion sei in diesem Umfeld weiter eine Top-Priorität.

Weitere Fortschritte hat die UBS auch in Bezug auf die Kapitalisierung erzielt. Die harte Kernkapital-Quote lag per Ende Jahr bei 14,5% und damit um 20 Basispunkte höher als Ende September. Und die für die Bank ebenfalls wichtige (ungewichtete) Leverage Ratio erreichte 5,3% nach zuletzt 5,0%, wobei 3,3% hartes Eigenkapital waren.

Aufgrund der soliden Kapitalausstattung und des Gewinnanstiegs wird die Dividende gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht auf insgesamt 0,85 CHF pro Aktie. Sie besteht aus einer ordentlichen Dividende von 0,60 CHF für den 2015 erzielten Gewinn und einer Sonderdividende von 0,25 CHF aufgrund der hohen Steuergutschriften. Im Vorjahr waren insgesamt 0,75 CHF pro Aktie bezahlt worden, wobei die ordentliche Dividende 50 Rappen ausmachte.

Verhaltener Ausblick
Für 2016 bleibt die UBS zurückhaltend und spricht von den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und geopolitischen Risiken. Die negative Marktentwicklung und die beträchtliche Marktvolatilität seit Anfang 2016, niedrige Zinsen und die relative Stärke des Frankens seien nach wie vor eine Belastung. Man wolle aber an der Strategie festhalten und die Umsetzung der angekündigten Massnahmen weiterführen.

Trotzdem wurden die heutigen News von Investoren sehr schlecht aufgenommen. Zu Börsenschluss notierte das UBS-Papier 6,8% tiefer auf 15,54 CHF, wobei die Verluste im Tief (15,21 CHF) über 9% betragen hatten. Der Ergebnisbeitrag aus dem Kerngeschäft Vermögensverwaltung sei deutlich unter Konsens ausgefallen, hiess es im Markt dazu. Dies wecke Fragen in Bezug auf die strategische Neuausrichtung der letzten Jahre. Moniert wurde ausserdem die Aufteilung in eine ordentliche und eine Sonderdividende, da man die Bank so nicht an der Gesamtdividende, sondern an der ordentlichen Dividende messen werde. (awp/mc/pg)

UBS

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