Unicredit-Chef gibt auf – Rücktritt nach Ernennung eines Nachfolgers

Federico Ghizzoni

Federico Ghizzoni, abtretender Unicredit-Konzernchef. (Foto: Unicredit)

Mailand – Der umstrittene Chef der italienischen Grossbank Unicredit, Federico Ghizzoni, gibt sich der Kritik von Investoren geschlagen. Das Finanzinstitut kündigte am Dienstagabend nach einer Verwaltungsratssitzung den Rücktritt des Managers an. Dieser werde erfolgen, sobald ein Nachfolger für die Unternehmensspitze bestimmt worden sei. Es sei Zeit für einen Wechsel, hiess es in der Mitteilung weiter. Verwaltungsratspräsident Giuseppe Vita sei mit der Suche nach einem Nachfolger beauftragt worden.

Der Verwaltungsrat dankte Ghizzoni (60) für «die hohe Qualität seiner Arbeit im Interesse der Gruppe, der Aktionäre und der Mitarbeiter». Ghizzoni habe die Bank mit «grosser Kompetenz» in extrem schwieriger Konjunktur geführt, hiess es in der Mitteilung.

Aktie im Sinkflug
Investoren hatten hingegen den niedrigen Aktienkurs kritisiert. In diesem Jahr haben Unicredit-Aktien 39 Prozent an Wert verloren. Seit seinem Amtsantritt sind die Anteilscheine sogar um 75 Prozent billiger geworden. Zudem hatte Ghizzoni mit seinem im November vorgestellten Sparprogramm nicht überzeugt.

Mehrere Kandidaten sind für die Nachfolge im Rennen. Als Favorit gilt laut italienischen Medien Marco Morelli, Vizepräsident der Bank of America-Merrill Lynch für Europa und Nahost. Ein weiterer Kandidat ist der Franzose Jean Pierre Mustier, ehemaliger Chef der Corporate&Investment-Banking-Abteilung der UniCredit. (awp/mc/ps)

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