US-Notenbank dämpft Hoffnung auf Konjunkturanschub weiter

Ben Bernanke

Fed-Chairman Ben Bernanke.

Washington – Die US-Notenbank Fed liefert keine Hinweise auf einen raschen geldpolitischen Anschub für die schwächelnde US-Wirtschaft. Nachdem Notenbankchef Ben Bernanke die Hoffnungen der Finanzmärkte bereits vor dem US-Kongress gedämpft hatte, lieferte auch der am Mittwochabend veröffentlichte Konjunkturbericht («Beige Book») keine neuen Anhaltspunkte. Die US-Notenbank Fed bescheinigt der Wirtschaft in den Staaten weiterhin «mässiges bis moderates» Wachstum.

In einigen US-Regionen hätten sich Produktion und Konsum zwar zuletzt abgekühlt, doch um neue Fantasien um ein kurzfristiges drittes grosses Anleihekaufprogramm der Fed (QE3) anzufachen, dürfte das kaum reichen. Insgesamt schätzen die Währungshüter den Zustand der US-Wirtschaft trotz der zuletzt überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten kaum anders ein als noch Anfang Juni.

Unterstützung der Fed dürfte vorerst ausbleiben
Nach drei enttäuschenden US-Arbeitsmarktberichten in Folge hatten die Finanzmärkte zunehmend auf Unterstützung der Notenbank für die lahmende Wirtschaft spekuliert. Im Beige Book heisst es aber, die Beschäftigungssituation verbessere sich in langsamem Tempo weiter. Bernanke hatte bereits am Vortag die Erwartungen der Anleger gedämpft. Vor dem US-Kongress betonte der Fed-Chef zwar abermals die grundsätzliche Handlungsbereitschaft der Notenbank, ohne jedoch konkrete Massnahmen in Aussicht zu stellen.

Finanzmärkte teilnahmslos – Euro und US-Börsen unverändert
Die Finanzmärkte nahmen das Beige Book nahezu teilnahmslos zur Kenntnis. Der Euro notierte unverändert und wurde zuletzt bei 1,2276 Dollar gehandelt. Die US-Börsen reagierten kaum. Experten sehen nur noch eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine weitere geldpolitische Lockerung auf der nächsten Fed-Sitzung Anfang August.

Nach Einschätzung von Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) dürfte die US-Notenbank vorerst auf ein Anleihekaufprogramm verzichten und die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den Staaten abwarten. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.