Valiant Bank steigert Jahresgewinn 2015 deutlich

Markus Gygax

Markus Gygax, CEO Valiant Bank. (Foto: Valiant)

Bern / Luzern – Die überregional tätige Valiant Bank hat im Geschäftsjahr 2015 von einem verbesserten Zinsergebnis sowie tieferen Kosten profitiert und weist eine deutliche Gewinnsteigerung aus. Zudem hat die Bank eine Strategie für weiteres Wachstum definiert. Das ambitiöse Gewinnziel für 2017 wird angesichts der schwierigen Marktumfelds allerdings zurückgenommen, wie das Finanzinstitut am Mittwoch mitteilte.

Die Bank erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Geschäftserfolg von 126,3 Mio CHF, was einem Anstieg von 21% entspricht. Unter dem Strich resultiert ein um ebenfalls 21% gestiegener Reingewinn von 114,4 Mio CHF. Die Aktionäre profitieren von einem Anstieg der Dividende auf 3,60 CHF je Aktie nach 3,20 CHF im Vorjahr.

Verbesserte Effizienz
Im wichtigsten Geschäftsbereich, dem Zinsengeschäft, konnte Valiant den Nettoerfolg um 8,2% auf 287,2 Mio CHF verbessern. Dagegen resultierte im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nur ein kleiner Anstieg des Erfolgs auf 64,4 Mio CHF (+0,7%) und im Handelsgeschäft ging der Erfolg um 3,0% auf 11,9 Mio CHF zurück.

Gleichzeitig konnte die Bank von Effizienzverbesserungen profitieren. Dank niedrigeren Personalkosten sank der Geschäftsaufwand um 1,2% auf 213,0 Mio CHF. Dies schlug sich auch in einer verbesserten Cost-Income-Ratio von 55,8% (VJ 59,8%) nieder.

Die Bilanzsumme des Bankinstituts erhöhte sich zum Jahresende nur leicht um 0,7% auf 25,4 Mrd CHF. Die Ausleihungen stiegen um 1,4% auf 22,1 Mrd CHF, bei den Hypotheken betrug das Wachstum 2,0%. Die Kundengelder nahmen mit einem Plus von 1,1% auf 18,1 Mrd CHF etwas langsamer zu als die Ausleihungen, womit sich der Kundengelder-Deckungsgrad auf noch 81,9% (VJ 82,2%) verringerte.

Zwei neue Standorte pro Jahr
Eine «weiterentwickelte Strategie» sieht für die Bank nun weiteres Wachstum vor. So soll das Marktgebiet in der Schweiz weiter ausgedehnt werden, wobei «zwei neue Standorte pro Jahr» in bestehendem oder neuem Geschäftsgebiet vorgesehen sind. In den kommenden Jahren werde die Beratung für Privatkunden und KMU mit 80 zusätzlichen Mitarbeitenden verstärkt. Einerseits wolle man so vermehrt in den Wachstumszentren präsent sein. Andererseits sollen die neuen Standorte Valiant auch dort ein Gesicht geben, wo man die Bank noch nicht kenne aber ihre digitalen Dienstleistungen ebenfalls nutzen werde, heisst es.

Nebst einem Return on Equity von 6 bis 8% strebe Valiant auch künftig eine Eigenkapitalquote von über 15% an, heisst es weiter. Die Ausschüttungsquote werde ab kommenden Jahr auf 40 bis 70% erhöht, dies bei stabiler oder steigender Dividende. Ab 2017 sollen des weiteren zusätzlich bis zu 10% des Geschäftserfolgs pro Jahr – rund 15 Mio CHF – in die Digitalisierung, in die Präsenz am Markt und in die Kompetenzen der Mitarbeitenden investiert werden.

Allerdings relativiert Valiant auch das 2013 deklarierte Mittelfristziel, bis ins Jahr 2017 einen Konzerngewinn von 150 Mio CHF zu erwirtschaften. Die anhaltenden Negativzinsen hätten das Marktumfeld dermassen verschlechtert, dass das Gewinnziel nicht zu erreichen sei, heisst es. Das heutige Zinsniveau reduziere frühere Gewinnprognosen um 20 bis 30 Mio CHF.

Leichte Gewinnsteigerung 2016 angestrebt
Für das laufende Jahr gibt sich Valiant weiter optimistisch: Man sei «mit hohem Tempo unterwegs», allerdings blieben die tiefen Zinsen eine Herausforderung. Die Bank wolle aber alles unternehmen, um die operative Zinsmarge zu halten. Für 2016 erwartet das Institut einen «leicht höheren Konzerngewinn als im Vorjahr».

Zu einem Wechsel kommt es im Verwaltungsrat des Unternehmens. Franz Zeder, der seit 2002 Mitglied des Verwaltungsrates ist, wird laut Mitteilung sein Mandat abgeben. Als Nachfolger ist Othmar Stöckli zur Wahl vorgeschlagen. Stöckli war laut Mitteilung während 19 Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen bei der UBS und der Zuger Kantonalbank tätig. (awp/mc/ps)

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