Valiant will Regionalbank Triba vollständig übernehmen

Markus Gygax
Valiant-CEO Markus Gygax. (Foto: Valiant)

Bern – Die Valiant Bank will die Triba Partner Bank AG vollständig übernehmen und bietet für den ausstehenden Anteil insgesamt 55 Mio CHF. Bereits heute hält Valiant einen Anteil von gut 30% Prozent an der Luzerner Regionalbank und ist damit deren grösste Aktionärin. Von dem Deal sollen beide Institute profitieren.

Das Kaufangebot soll bis Mitte April 2017 unterbreitet werden, wie die beiden Institute am Freitag mitteilen. Pro Aktie würden 1’450 CHF in bar offeriert, was eine Prämie von über 9% gegenüber dem durchschnittlichen Kurs der letzten Monate ergebe. Die Triba-Aktie wird auf der OTC-X-Plattform der Berner Kantonalbank gehandelt, zuletzt stand der Kurs bei 1’340 CHF.

Triba-VR plädiert für Annahme
Der Verwaltungsrat der in den Regionen Surental, Wiggertal und Sempachersee tätigen Triba empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Als eine relativ kleine Bank sehe man sich mittelfristig mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Zu schaffen machen dem Geldhaus die steigenden regulatorischen Anforderungen, der immer härtere Wettbewerb mit sinkenden Margen sowie der grosse Investitionsbedarf im Bereich der Digitalisierung, wie es heisst.

Geographisches Wachstum
Für Valiant wiederum ist die Übernahme eine Chance, geographisch zu wachsen. Die Marktgebiete der beiden Banken ergänzten sich ideal. Die Triba-Filialen sollen erhalten bleiben und sämtliche Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden. Mittelfristig sei geplant, die Geschäftsaktivitäten von Triba vollständig in Valiant zu integrieren, heisst es weiter.

Im Falle einer vollumfänglichen Andienung der Aktien habe die Transaktion einen Umfang von 55 Mio CHF, die Valiant aus ihren flüssigen Mitteln finanzieren werde.

Die Bilanzsumme der Bank Triba beträgt rund 960 Mio CHF, die Anzahl der Mitarbeitenden beläuft sich auf rund 30. Valiant kommt auf eine Bilanzsumme von rund 26 Mrd CHF. Die Retail- und KMU-Bank die bis jetzt schwergewichtig in den Kantonen Luzern, Aargau und Bern tätig ist, will bekanntlich in die West- und in die Ostschweiz expandieren. «Bis 2020 wollen wir mit unserer Bank vom Genfer- bis zum Bodensee vertreten sein», sagte Verwaltungsratspräsident Jürg Bucher im Februar an der Bilanzmedienkonferenz.

Kleine Ergänzungsakquisition
Als «eine kleine Ergänzungsakquisition» beschreibt Analyst Tomasz Grzelak von Baader Helvea den Schritt. Valiant könne aus dem Deal kleinere Kostensynergien erzielen. Die Aktie stuft er unverändert mit «Buy» bei einem Kursziel von 115,00 CHF ein.

Mangels Masse habe die Transaktion keinen spürbaren Einfluss seine Gewinnschätzungen, so Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank. Im Zuge der selektiven Expansion mache es für Valiant aber Sinn, sich in der Gegend um den Sempacher See fester zu verankern. Er sieht keinen Anlass, die Einstufung «Marktgewichten» zu verändern. (awp/mc/pg)

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