Vaudoise verdient 2017 weniger

Philippe Hebeisen
Vaudoise-CEO Philippe Hebeisen. (Foto: Vaudoise)

Lausanne – Die Versicherungsgruppe Vaudoise hat 2017 stagnierende Prämien verzeichnet. Unter dem Strich resultiert ein tieferer Gewinn als im Vorjahr. An die Aktionäre soll eine unveränderte Dividende bezahlt werden. Für den Rest des Jahres zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich.

Die gebuchten Bruttoprämien verharrten 2017 mit 1’085 Mio CHF (+0,6%) in etwa auf Vorjahresniveau. Dabei waren die Prämien des Nichtleben-Segments leicht rückläufig, während sie im Leben-Geschäft leicht anzogen. Begünstigt wurde der Umsatz durch den Erwerb des institutionellen Vermögensverwalters Berninvest und Vaudoise Investment Solutions am 1. Juli 2017, wie CFO Jean-Daniel Laffely anlässlich der Bilanzmedienkonferenz am Mittwoch erklärte.

Der Gewinn nahm um 3,3% auf 120,7 Mio ab. Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 12 CHF je Namenaktie B und von 0,20 CHF je Namenaktie A vor.

Gewollter Prämienrückgang im Nichtleben-Geschäft
Trotz der stagnierenden Prämien und des Gewinnrückgangs sprach Unternehmenschef Philippe Hebeisen von einem «sehr guten» Ergebnis. «Das Ergebnis ist auf eine beherrschte Schadenbelastung im Nichtleben-Geschäft und auf die guten Anlageergebnisse zurückzuführen.» Die Netto-Anlageperformance der konsolidierten Rechnung der Gruppe für eigene Rechnung belief sich auf 2,4% gegenüber 3,2% im Jahr 2016.

Die Prämien der Nichtleben-Branchen waren mit 875 Mio leicht rückläufig (-0,1%), was die Gesellschaft aber mit dem gewollten Rückgang des Inkassos bei den Personenversicherungen (-2,8%) begründete. Die Vermögensversicherungen wuchsen um 1,5% und im Privatpersonen-Segment stiegen die Motorfahrzeugversicherungen als volumenmässig wichtigste Branche der Vaudoise um 1,9%. Die Sachversicherungen verzeichnen einen Anstieg von 1,4%, während die Haftpflichtbranche einen leichten Rückgang um 0,9% verzeichnet

Die Schadenbelastung verschlechterte sich 2017 leicht, dagegen sank die Kostenquote. Somit resultierte eine leicht schlechtere Combined Ratio von 93,9% gegenüber 93,4% im Vorjahr.

Im Leben-Geschäft erhöhte sich das Inkasso um 1,7% auf 205 Mio CHF. Das Wachstum gelang trotz der schwierigen Lage auf dem Kapitalmarkt und des tiefen Zinsniveaus.

In der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital per Ende 2017 um 5,6% auf 1,73 Mrd. Dieses Wachstum beinhaltet die nicht realisierten Gewinne auf die Aktiven während des Geschäftsjahrs 2017 von über 60 Mio.

Wachstum im Nichtleben-Geschäft 2018 erwartet
Die Gruppe habe ihre Finanzkraft erneut verstärkt und weise gemäss Schweizer Solvenztest (SST) mit 301% (VJ 272%) eine Risikofähigkeit auf, die weit über den aufsichtsrechtlichen Erfordernissen liege, so Laffely.

Ins laufende Jahr ist die Gesellschaft erfolgreich gestartet. Im Nichtleben-Geschäft stiegen die Prämien bis Ende Februar um 2,9%, sagte Hebeisen. Damit sei der Versicherer über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Für das Gesamtjahr gehe die Direktion trotz einer leichten Abschwächung der Wachstumsrate im zweiten Halbjahr von einem Anstieg der Portefeuilles im Nichtleben-Geschäft aus.

Im Leben-Geschäft nahmen die Prämien Stand Ende Februar zwar um 1,6% ab. Das sei aber Anfang des Jahres normal, so Hebeisen. Für das Gesamtjahr rechne er damit, dass sich das Wachstum von 2017 auch im laufenden Jahr bestätigen werde. Insgesamt würden die Aussichten für 2018 «erfreulich» aussehen, so Hebeisen weiter.

Das vom Versicherer vorgelegte Ergebnis lag ingesamt im Rahmen der Erwartungen der Bank Vontobel. Dabei sei das Resultat im Nichtleben-Segment besser, im Leben-Geschäft dagegen schlechter als prognostiziert ausgefallen. Im Aktienmarkt löste das Geschäftsergebnis keine Reaktionen aus. Bis gegen 11.20 Uhr notieren die Titel unverändert auf 520 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) 1,0% tiefer steht. Umgesetzt sind gerade mal 60 Aktien verglichen mit 503 Stück an einem durchschnittlichen Handelstag. (awp/mc/ps)

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