VSPB-Präsident: Steigende Infrastrukturkosten

Nicolas Pictet

VSPB-Präsident Nicolas Pictet.

Bern – Nicolas Pictet, der Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (VSPB), sieht die Branche grossen strukturellen Veränderungen ausgesetzt. Der Marktzugang werde für die Institute immer schwieriger und der Protektionismus im Finanzbereich nehme in Form von immer strengeren Vorschriften zum Anlegerschutz und fiskalischen Massnahmen wie etwa der FATCA-Regulierung in den USA stetig zu, erklärte Pictet gemäss Redetext am Donnerstag am Jahresmediengespräch der Vereinigung.

Auch die Infrastrukturkosten für die Banken würden weiter zunehmen, was mit den umfangreichen neuen Regulierungen im Zusammenhang stehe. Es gelte darauf zu achten, dass die Institute trotz höherer Kosten auf internationaler Ebene konkurrenzfähig bleiben, warnte Pictet. Die Regulierung müsse in vernünftigem Rahmen und umsetzbar bleiben. Ausserdem gelte es, dass die Privatbankiers das Angebot diversifizieren und der institutionellen Vermögensverwaltung einen grösseren Platz einräumen müssen. Die Privatbankiers müssten darum kämpfen, eine Exportindustrie zu bleiben.

Kein Kommentar zu Wegelin
Zu den Anschuldigungen aus den USA gegen die Bank Wegelin, ein VSPB-Mitglied, wollte Pictet keinen Kommentar abgeben. Es gelte der Grundsatz der Unschuldsvermutung, sagte er. Ausserdem begrüsse er die Bemühungen des Bundesrats und von Staatssekretär Michael Ambühl, in dieser Sache eine Lösung zu finden. Die Schweizer Banken seien sich jedoch darüber bewusst geworden, dass es nicht genüge, das Schweizer Recht einzuhalten, äusserte sich Pictet weiter zu den Steuerfragen. In bestimmten Bereichen und unter bestimmten Umständen müsse auch ausländisches Recht respektiert werden. Daher verfügen die Banken im Allgemeinen und die Mitglieder der VSPB im Speziellen über Handbücher, die es im grenzüberschreitenden Geschäft einzuhalten gelte. (awp/mc/ps)

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