Wegelin-Partner Hafner wird möglichem US-Deal geopfert

Christian Hafner

«Bis auf weiteres beurlaubt»: Christian Hafner.

Zürich – Um eine Anklage der USA im Steuerstreit zu verhindern, wirft die Sankt-Galler Privatbank Wegelin ein heiliges Prinzip über Bord. Sie trennt sich von Kollegen, die in die Schusslinie geraten sind. Dies meldet das Internet-Finanzportal «Inside Paradeplatz» am Montag.

Den Wechsel habe Wegelin-Chef Konrad Hummler persönlich vollzogen, heisst es dort. «Ich teile Ihnen mit, dass wir mit Christian Hafner übereingekommen sind, ihn bis auf weiteres von seiner Arbeit und seinen Funktionen zu beurlauben», schrieb Hummler demnach letzten Donnerstag dem Wegelin-Kader. Eine Bank-Sprecherin hat dies gegenüber dem Portal offiziell bestätigt.

Besänftigungsversuch
Mit dem Schritt versuchen Wegelins amerikanische Anwälte, offenbar das US-Justizministerium zu besänftigen. Ziel sei ein Deal über eine Busse und Schuldanerkennung zu erhalten und damit eine Anklage gegen die Bank zu verhindern. Eine solche wäre für das Institut nur schwer zu überleben. Wegelin ist ins Schussfeld geraten, weil die Sankt-Galler ab 2008 viele unversteuerte US-Kunden der UBS akquirierte, nachdem die Grossbank diesen unter US-Druck gekündigt hatte. (awp/mc/ps)

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