Wegelin-Teilhaber Hummler: «Richtige Lösung»

Konrad Hummler

Konrad Hummler.

St. Gallen – Die Privatbank Wegelin & Co. hat mit der vergangenen Freitag bekannt gegebenen Aufteilung und dem Verkauf des Grossteils ihres Geschäftes an die Raiffeisengruppe gemäss Teilhaber Konrad Hummler die richtige Lösung im richtigen Moment getroffen. Derweil befürchtet Ex-UBS-CEO Oswald Grübel weiteren Druck aus den USA auf Schweizer Banken. Swiss-Re-Verwaltungsrats-Präsident und Credit-Suisse-Verwaltungsratsmitglied Walter Kielholz kritisiert die einstige Strategie von Wegelin.

Die Aufteilung und der Verkauf der Bank Wegelin bezeichnet Teilhaber Hummler gegenüber «Der Sonntag» als «bitter, aber richtig. Wir haben im richtigen Moment die richtige Lösung getroffen.» Hummler hatte sich bei der Bekanntgabe des Verkaufs vergangenen Freitag lediglich in einer Pressemitteilung zitieren lassen: «Gewiss kann man sich vorstellen, wie schwer uns dieser Schritt fällt, geben wir doch unser Lebenswerk auf», so Hummler damals. Doch die Auseinandersetzung mit den US-Behörden hätten die Bank in eine «ungeheuer schwierige und existenzbedrohende Lage» gebracht.

«Opfer einer grösseren Sache»
Das Unternehmen sei nicht kaputt. Das sei eine sehr gute Lösung, so Hummler gegenüber der Sonntagszeitung weiter. «Wir wurden Opfer einer grösseren Sache. Mehr will ich darüber nicht sagen.»

Kritik und Befürchtungen
Derweil übt Kielholz Kritik an der Geschäftsstrategie und befürchtet Grübel weitere Aktionen der USA gegen Schweizer Banken. «Das Ende der Bank Wegelin ist der Auftakt zu einem gross angelegten Angriff auf den Schweizer Finanzplatz», so Grübel gegenüber «Der Sonntag». «Den Amerikanern ist es mit der Wegelin gelungen, einen Präzedenzfall zu schaffen, an dem sich auch die Europäer künftig orientieren werden. Eine Lösung im Steuerstreit dürfte diese Banken (weitere zehn Schweizer Banken, die von der amerikanische UBS-Kundengelder angenommen haben) jetzt teuer zu stehen kommen.»

Weitere Lockerung des Bankgeheimnisses
Die Strategie, aggressiv amerikanische Offshore-Kunden von der UBS zu übernehmen, habe sich als «höchst unvorsichtig» erwiesen, so Kielholz. Die Schweiz werde angesichts des politischen Drucks nicht darum herum kommen, das Bankgeheimnis in seiner vorliegenden Form weiter zu lockern. «Die Banken müssen voraussichtlich hohe Beträge abliefern», so Kielholz gegenüber der «SonntagsZeitung» weiter. (awp/mc/pg)

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