ZGKB 2015: Reingewinn auf Vorjahreshöhe

Pascal Niquille

Pascal Niquille, Präsident der Geschäftsleitung  Zuger Kantonalbank. (Bild: ZGKB)

Zug – Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) hat im Geschäftsjahr 2015 trotz des Negativzins-Umfelds den Reingewinn auf Vorjahreshöhe halten können. Das Staatsinstitut steigerte zudem das Hypothekarvolumen erneut kräftig. Die Aktionäre erhalten nun bereits das achte Jahr in Folge eine unveränderte Dividende von 175 CHF je Aktie.

Der nach den neuen Rechnungslegungsvorschriften berechnete Geschäftserfolg belief sich im vergangenen Jahr auf 94,1 Mio CHF. Bereinigt um den Pensionskassenbeitrag aus dem Jahr 2014 entsprach dies einem Rückgang von 1,4%, wie der Mitteilung der Zuger Kantonalbank vom Dienstag zu entnehmen ist. Der Reingewinn lag mit 61,5 Mio CHF um 0,5% über dem Vorjahreswert. Positiv wirkte sich nicht zuletzt auch eine Auflösung von Rückstellungen für latente Steuern über 16,5 Mio CHF aus, was die Position Steuern deutlich drückte. Der einmalige Gewinn von 10,9 Mio CHF aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung wurde vollständig den Reserven für allgemeine Bankrisiken zugewiesen.

Zinsengeschäft leicht rückläufig
Im Zinsengeschäft lag das Ergebnis mit 150,8 Mio CHF (-1,4%) leicht unter dem Vorjahr, obwohl die negativen Nominalzinsen seit Beginn 2015 «das Zinsdifferenzgeschäft fundamental verändert» hätten, so die ZGKB. Die Auswirkungen seien «mit aktivem Bilanz- und Liquiditätsmanagement» fast vollständig neutralisiert worden – nicht zuletzt konnte die Bank die Kundenausleihungen erneut stark steigern.

Der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich dagegen mit einem Minus von 8,8% auf 39,0 Mio CHF deutlich. Die Bank habe «erwartungsgemäss» unter dem Rückgang der Vertriebskommission gelitten. Das Handelsgeschäft profitierte dagegen von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015: Vor allem wegen der gestiegenen Nachfrage nach Währungsabsicherungen erhöhte sich der Erfolg um knapp 40% auf 15,6 Mio.

Zudem konnte die ZGKB ihre Kosten weiter verringern. Der mit dem Vorjahr vergleichbare Geschäftsaufwand – ohne Berücksichtigung des eimaligen Pensionskassenbeitrags von 2014 – lag mit 97,4 Mio CHF um 1,5% unter dem Vorjahreswert. Der Kostenrückgang war auf einen klar verringerten Sachaufwand (-5,1%) zurückzuführen, während der Personalaufwand (+0,3%) weitgehend unverändert blieb. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich auf tiefe 46,8% von 47,4% im Vorjahr.

Hypothekarwachstum von 5,0%
Die Bilanzsumme der Kantonalbank wuchs per Ende 2015 um weitere 5,6% auf 14,3 Mrd CHF, was nicht zuletzt auf ein weiteres Wachstum im Finanzierungsgeschäft zurückzuführen war. Die Kreditausleihungen stiegen im vergangenen Jahr um 4,3% auf 11,9 Mrd CHF, wobei die Zunahme bei den Hypothekarkrediten 5,0% betrug. Die Kundengelder stiegen mit einem Plus von 2,9% auf 9,40 Mrd CHF etwas weniger stark.

Für das Geschäftsjahr 2016 gibt sich die Kantonalbank zuversichtlich. Die vor Jahresfrist von der SNB eingeführten Negativzinsen dürften die Kapitalmarktzinsen noch für längere Zeit auf sehr tiefem Niveau halten, so die Bank. Der Wirtschaftsraum Zug zeige sich aber robust und bleibe attraktiv. Auch 2016 erwartet die Bank «unter Beibehaltung der vorsichtigen Kreditpolitik» das Finanzierungsgeschäft weiter zu steigern und das Kreditvolumen zu erhöhen. Zudem soll im Anlagegeschäft der Wachstumskurs mit neuen Produkten und Angeboten fortgesetzt werden. (awp/mc/upd/ps)

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