Zuger KB mit deutlich höherem Bruttogewinn im Halbjahr

Pascal Niquille

Pascal Niquille, Präsident der Geschäftsleitung Zuger Kantonalbank. (Bild: ZGKB)

Zug – Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) hat im ersten Semester 2012 das Wachstum bei den Hypothekarkrediten etwas gedrosselt. Dennoch konnte die Bank den Erfolg im Zinsengeschäft weiter steigern. Dank gleichzeitig gesunkener Kosten konnte auch der Bruttogewinn klar verbessert werden. Für das Gesamtjahr erwartet die Bank gehaltene Gewinnzahlen.

Die Hypothekarforderungen stiegen im Vergleich zum Stand von Ende 2011 noch um 1,4% auf 9,4 Mrd CHF, wie die Bank mitteilte. Im Gesamtjahr 2011 hatte sie in diesem Geschäft noch ein Wachstum von 8,7% verzeichnet. Das abgeschwächte Wachstum erklärt die Bank mit einer «umsichtigen Politik» bei der Kreditsprechung: «Wir schauen genauer hin, wo wir dabei sein wollen», sagte ZGKB-CEO Pascal Niquille gegenüber AWP.

Trotzdem rege Bautätigkeit
Weiterhin wird aber im Kanton Zug rege gebaut: Derzeit sind gemäss den Angaben der Kantonanalbank rund 2’000 Wohnungen im Bau. Immerhin gebe es Anzeichen dafür, dass sich die Preis einem oberen Limit annäherten, sagte Niquille. Während die für Zug «günstigen» Wohnungen in der Preislage 1,2 – 1,8 Mio CHF weiterhin sehr begehrt seien, könnten Objekten mit Preisen über 3 Mio CHF nicht mehr so einfach verkauft werden.

Erneut angestiegen sind die Kundengelder bei der Kantonalbank: Sie erhöhten sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um 2,4% auf 8,3 Mrd CHF. Die Bilanzsumme des Staatsinstituts betrug zum Ende des ersten Halbjahres 12,0 Mrd CHF, verglichen mit 11,6 Mrd CHF per Ende 2011.

Leicht verbesserte Zinsmargen
Der Bruttogewinn verbesserte sich im Halbjahr um 4,1% auf 57,7 Mio CHF, wie dem am Freitag vorgelegten Ergebnisausweis weiter zu entnehmen ist. Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste gingen noch einmal zurück und betrugen gerade noch 1,5 Mio CHF. Bei etwas höheren Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken resultiert ein um 0,5% gestiegener Nettogewinn von 30,3 Mio CHF.

Im Zinsengeschäft konnte der Erfolg dank der weiteren Volumensteigerung sowie dank besserer Margen um 2,6% auf 77,6 Mio CHF erhöht werden. Die Margensituation im Zinsengeschäft hänge auch von der Bilanzsteuerung ab, kommentierte der CEO. Die Kantonalbank dürfte demzufolge für die Absicherung der Zinsrisiken in der Bilanz etwas weniger aufgewendet haben als in den Vorjahren. Der Anteil der Festhypotheken an den Immobilienfinanzierungen stieg weiter und liegt bereits bei über 92%.

Steigende Nachfrage nach Vermögensverwaltung
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnte mit einem Plus von 0,7% auf 19,6 Mio CHF noch leicht zulegen, obwohl sich die volatilen Finanzmärkte tendenziell negativ auf das Anlageverhalten der Kunden auswirkten. Die betreuten Depotvermögen legten im ersten Semester um 0,4% auf 9,9 Mrd CHF zu. Im Handelsgeschäft ging der Erfolg dagegen um 12% auf 6,1 Mio CHF zurück.

Die Neuausrichtung des Anlagegeschäfts in Zusammenarbeit mit Wellershoff & Partners scheint am Markt anzukommen: Die Vermögensverwaltungsmandate stiegen um rund 28% und Anfang Juli konnte bereits das tausendste Vermögensverwaltungsmandat eröffnet werden. Allerdings handle es sich in dem Geschäft vorläufig eher um «Volumenwachstum als um Ertragswachstum», räumte Niquille ein.

Bevorstehender Wechsel der IT-Plattform
Der Geschäftsaufwand konnte im Halbjahr um 2,7% auf 47,5 Mio CHF verringert werden. Dazu trugen verringerte Entwicklungskosten für den Unterhalt der derzeitigen IT-Plattform bei, die zu einem verringerten Sachaufwand führten. Ab dem kommenden Jahr wird die Kantonalbank dann den Wechsel zur «Finnova»-Software vollziehen.

Der Personalaufwand sank gegenüber der Vorjahresperiode ebenfalls leicht. Das habe damit zu tun, dass der Aufbau der letzten zwei bis drei Jahre im Anlagegeschäft nun konsolidiert werde, sagte der CEO. Das Kosten/Ertrags-Verhältnis verbesserte sich in der Folge auf 45,2 (46,8)%.

Verhaltene Zuversicht
Für das Gesamtjahr 2012 gibt sich die Zuger Kantonalbank angesichts der grossen Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld verhalten zuversichtlich: Erwartet werde ein Resultat, das «an das Vorjahr heranreicht». Das gelte sowohl für den Bruttogewinn wie auch für den Reingewinn, bestätigte der CEO.

An der Börse hat der Abschluss kaum Reaktionen ausgelöst. Die ZGKB-Aktie steht gegen 9.45 Uhr um 0,2% im Plus bei 4’810 CHF. Bis dahin haben 12 Titel den Besitzer gewechselt. Im Vergleich zu Ende 2011 steht das Papier knapp 5% im Minus (SPI +9,5%). (awp/mc/upd/pg)

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